Zum Hauptinhalt springen

Keine weiteren Abbaupläne bekannt

Der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler nimmt zu. Stellenreduktionen sind vorerst aber nur bei der Insel-Gruppe geplant.

Das Gesundheitswesen ist im Wandel - und das geht auch an der Inselgruppe nicht spurlos vorbei.
Das Gesundheitswesen ist im Wandel - und das geht auch an der Inselgruppe nicht spurlos vorbei.
Keystone

Die Meldung, dass die Insel-Gruppe sparen muss, kommt nicht unerwartet. Erstmals gibt die Spitalgruppe aber genauere Details bekannt. Bis Ende 2019 streicht sie 1,7 Prozent der Stellen, das sind insgesamt 150 Vollzeitstellen. Die Direktion will zudem den Einkauf und die Bewirtschaftung des Geräteparks optimieren sowie Investitionen priorisieren. Ausserdem sollen die Spitäler mehr Patienten behandeln. Die Patientenversorgung bleibe in allen Bereichen sichergestellt, betont die Insel-Gruppe in ihrer Medienmitteilung. Von einer Stellenreduktion war seit einiger Zeit die Rede. Im Oktober hatte die «Berner Zeitung» berichtet, dass innerhalb der Direktion über einen Abbau von bis zu 700 Vollzeitstellen diskutiert werde. Die Insel-Gruppe nahm damals nicht Stellung.

Natürliche Fluktuation

Bei der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion signalisiert man Verständnis für die am Dienstag kommunizierten Sparmassnahmen. «Die Inselgruppe ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Dass nun eine Phase der Konsolidierung folgt, können wir nachvollziehen», sagte Direktor Pierre Alain Schnegg (SVP) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Meret Schindler von der Gewerkschaft VPOD hält zum Abbau der 150 Vollzeitpensen fest: «Ich erwarte, dass viele Stellen über die natürliche Fluktuation abgebaut werden.» Sollte es trotzdem zu einer grösseren Anzahl Kündigungen kommen, trete der bereits bestehende Sozialplan in Kraft. Im Gesundheitswesen sind derzeit viele Stellen offen, Pflegende und Ärzte sind gesuchte Arbeitnehmende. «Angesichts des Fachkräftemangels erwarten wir Härtefälle weniger im medizinischen Bereich, sondern eher im Facility-Bereich», sagt Schindler, die beim VPOD im Kanton Bern für den Gesundheitsbereich zuständig ist.

Anpassung ohne Abbau

Dass andere Spitäler im Kanton der Insel-Gruppe folgen, ist offenbar nicht zu befürchten. «Von Stellenabbauplänen im grösseren Mass ist uns nichts bekannt», so Meret Schindler vom VPOD. Auch der Verband der Berner Spitäler und Kliniken Diespitäler.be hat keine Kenntnis von weiteren Stellenabbauplänen. «Der ökonomische Druck hat allerdings spürbar zugenommen. Wenn nicht Stellenreduktionen, so sind doch Umstrukturierungen eine Folge davon», sagt Geschäftsführer Christoph Schöni.

Diesen Druck spüren auch Privatspitäler. Gleich wie die Insel nennen sowohl Hirslanden als auch die Lindenhofgruppe regulatorische Eingriffe als Herausforderung, etwa die Tarif­revision des Bundesrates oder die Ambulantisierung. Man passe sich auf allen Ebenen den veränderten Verhältnissen an, teilt die Lindenhofgruppe auf Anfrage mit. Insgesamt sei innerhalb der Spitalgruppe keine Stellenreduktion für das kommende Jahr geplant.

Die Privatklinikgruppe Hirslanden führt zwar derzeit ein Kostenprogramm durch. In diesem Zusammenhang würden jedoch keine betriebsbedingten Kündigungen vorgenommen und es seien auch keine geplant. Ziel sei es, Kosten ausserhalb der Patientenbehandlung zu senken, etwa bei Materialeinkauf, Infrastruktur oder Marketing.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch