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Keine neuen Lärmmessungen im Wylergut

Trotz den neu erstellten Lärmschutzwänden leiden die Mieter der Siedlung Wylergut nach wie vor unter dem Bahnlärm.

Die neuen Lärmschutzwände entlang der SBB-Bahnlinie im Wylergut sind nicht das Gelbe vom Ei. «In den Wohnungen über dem Parterre werden die Lärmgrenzwerte nach wie vor überschritten», sagt Andreas Zbinden, Präsident der Siedlungsbaugenossenschaft Wylergut. Die Lärmschutzwände seien eine «halbe Sache». Für Ärger im «Wylerdörfli» habe vor allem das Vorgehen der Stadt gesorgt. Die Wände sollten ursprünglich oben an der Böschungskante entlang der Polygonstrasse gebaut werden. Dagegen hatte die Stadt ihr Veto eingereicht, da das Siedlungsbild gestört und Bäume beeinträchtigt würden. Daraufhin wurde eine Lärmschutzwand unten entlang der Bahnlinie geplant. Nach Einsprachen von Anwohnern wurde die zwei Meter hohe Lärmschutzwand schliesslich auf halber Höhe der Böschung errichtet.

Geld statt Lärmschutz

In einem Schreiben ans Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Zbinden nun neue Lärmmessungen verlangt. «Da die Lärmsituation nicht mehr verbessert werden kann, geht es auch um eine finanzielle Frage.» Aufgrund von Prognosen der Lärmwerte, die im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens erstellt wurden, hat die Genossenschaft bereits eine Vergütung von 100 000 Franken für den Einbau von Lärmschutzfenstern erhalten. Diese Summe entspricht der Hälfte der Gesamtkosten. Laut Zbinden hätten die neuen Messungen womöglich nicht nur eine Überschreitung der Grenzwerte, sondern auch der höheren Alarmwerte gezeigt. «In diesem Fall müsste uns der Kanton die Gesamtkosten für die Fenster in der Höhe von 200 000 Franken vergüten», sagt Zbinden.

Rollmaterial-Sanierung geht vor

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat neue Messungen der Lärmwerte jedoch abgelehnt. «Die Wirksamkeit der Lärmsanierungsmassnahmen wird nur in Zweifelsfällen kontrolliert», hält das BAV in einem Schreiben fest, das in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift «Im Wylergut» wiedergegeben wird. Ein solcher «Zweifelsfall» liege nicht vor, da zuerst die Auswirkungen der Lärmreduktion des SBB-Rollmaterials abgewartet werden müssten, das bis 2015 umgerüstet werden soll. Die Sanierung der Personenwagen sei zwar abgeschlossen, erklärt BAV-Sprecherin Florence Pictet. Bei den Güterwagen seien bisher aber erst zwei Drittel der zu sanierenden Wagen umgerüstet. Bis zur Beendigung der Sanierung seien die Prognosen für die Lärmwerte gültig. «Es gibt keinen Grund, die Richtigkeit dieser Vorhersagen anzuzweifeln», sagt Pictet.

Offenbar ist es zurzeit nicht möglich, die theoretischen Werte der Lärmprognose in der Praxis zu überprüfen, sagt Genossenschaftspräsident Zbinden. «Die Begründung des BAV für den Verzicht auf neue Messungen ist fadenscheinig. Wir müssen sie aber wohl akzeptieren.» Im Jahr 2015 werde die Siedlungsgenossenschaft aber erneut beim BAV vorstellig werden. Im «Wylerdöfli» habe man einen langen Atem. «Wir haben zwanzig Jahre auf die Lärmschutzwände gewartet. Vielleicht dauert es ja wieder so lange, bis wir angemessen entschädigt werden», sagt Zbinden.

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