Katrin Diem soll Stiftungsrats-Präsidentin am KTB werden

Marcel Brülhart will nicht mehr an die Spitze des Stadttheaters – mit Katrin Diem soll eine Bernerin seine Aufgaben übernehmen.

Der Theaterkubus von Konzert Theater Bern auf dem Waisenhausplatz.

Der Theaterkubus von Konzert Theater Bern auf dem Waisenhausplatz. Bild: Franziska Rothenbühler

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Der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern (KTB) schlägt die jetzige Stiftungsrätin Katrin Diem als neue Präsidentin des Gremiums vor. Das geht aus einem Brief hervor, den der Stiftungsrat an den Berner Gemeinderat, den Kanton und die Regionalkonferenz Mittelland verschickt hat.

Vor den Sommerferien hatte der Stiftungsrat noch sein Mitglied Marcel Brülhart als Präsident vorgeschlagen, doch dieser ist nun für das Amt nicht mehr zu gewinnen: «Ich trete nicht an», bestätigt Brülhart auf Anfrage. Er habe sich für das Präsidium der Gesellschaft Bern Welcome entschieden. Er bleibe aber weiterhin KTB-Stiftungsrat, so Brülhart.

Weibels Abgang längst bekannt

Nur noch bis Ende Jahr bekleidet Benedikt Weibel das Amt des KTB-Stiftungsratspräsidenten. Der ehemalige SBB-Chef hatte bereits im Februar seinen Rücktritt bekannt gegeben. Es stellt sich die Frage, weshalb der Gemeinderat sich nicht früher um dessen Nachfolge gekümmert hat. Die Stadtregierung entscheidet über die Besetzung des Präsidiums, weil die Stadt Bern die grösste Subventionsgeberin ist.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) wollte sich am Freitag nicht zum Inhalt des Briefes äussern. Der Gemeinderat habe das Schreiben noch nicht beraten. Auch über sein eigenes Interesse am Posten hält sich der scheidende Stadtpräsident bedeckt. Tschäppät sagte aber, es sei ein Anliegen des Gemeinderates, den Posten so rasch wie möglich zu besetzen.

Bevor der Gemeinderat aber einen Entschluss fälle, wolle er die Personalie auch mit dem Kanton und den Gemeinden besprechen: «Das KTB-Präsidium ist ein städtischer Sitz, aber es gehört zur Gepflogenheit, auch mit den Exponenten aus Kanton und Gemeinden Rücksprache zu halten.» Zur vorgeschlagenen Kandidatin Diem will sich der Stadtpräsident vorerst nicht äussern.

Auch an den kantonalen Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) und an Ueli Studer (SVP), Geschäftsleiter der Regionalkonferenz Bern Mittelland, ist der Brief verschickt worden. Weder Pulver noch Studer wollen sich zu Katrin Diem als möglicher neuer Präsidentin äussern, um der Stadt nicht in ihre Entscheidung «reinzufunken», wie sie sagen.

Katrin Diem freut sich über ihre Nomination: «Das ist eine Ehre für mich», sagt sie auf Anfrage. Ihr Name ist in der Öffendlichkeit nicht allzu bekannt, dafür kennt Diem den Berner Theaterbetrieb bestens. Die 69-Jährige ist seit 1995 mit dem Stadttheater in verschiedenen Positionen verbunden.

So war sie Präsidentin des Theatervereins, hat die Öffentlichkeitsarbeit des Theaters geleitet und sitzt seit dem Zusammenschluss von Stadttheater und Symphonieorchester 2012 im KTB-Stiftungsrat. Davor war sie Verwaltungsrätin in der Theatergenossenschaft: «Es macht Sinn, dass ich Stiftungsratspräsidentin werde, weil ich das Theater so gut kenne», sagt Diem über ihre Stärken.

Sie hält es auch für einen «guten und wichtigen Schritt», dass mit ihr eine Frau an der Spitze des Stadttheaters stehen würde. Ihr ist die Vertretung des weiblichen Geschlechts wichtig: «Auch die weiter vakante Stelle im Stiftungsrat werden wir mit einer Frau besetzen», sagt Diem – denn im Leistungsvertrag von KTB ist eine 30-Prozent-Frauenquote vorgeschrieben.

Im Moment ist Diem aber die einzige Frau im siebenköpfigen Gremium. Erst im September hatte der Gemeinderat auf eine kleine Anfrage von Stadträtin Gisela Vollmer (SP) geantwortet, dass bei den nächsten Wahlen der Frauenanteil im Stiftungsrat wieder erhöht werden solle. Somit sieht es schlecht aus für einen Sitz Tschäppäts im Stiftungsrat, gälte er doch bei einem Einsitz als «Frauenverhinderer». (Der Bund)

Erstellt: 21.10.2016, 22:46 Uhr

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