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Kasernenareal als Pfand bei den Verhandlungen

Die Idee eines Bundesasylzentrums auf Stadtberner Boden stösst im Stadtrat auf offene Ohren. Opposition kommt aber von rechts.

Alec von Graffenried (GFL) liebäugelt mit einem festen Betrieb im Zieglerspital. Franziska Teuscher (GB) schlägt das Kasernenareal vor.
Alec von Graffenried (GFL) liebäugelt mit einem festen Betrieb im Zieglerspital. Franziska Teuscher (GB) schlägt das Kasernenareal vor.
Franziska Rothenbühler

Die Fraktionspräsidenten im Stadtrat sind einem Bundesasylzentrum auf Stadtberner Boden nicht abgeneigt. Wie gestern bekannt wurde (der «Bund» berichtete), signalisiert die Stadt Bern, dem Kanton bei der Suche nach einem Standort entgegenkommen zu wollen: Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) liebäugelt bereits mit einem festen Betrieb im Zieglerspital, das bislang als provisorische Unterkunft dient. Die zuständige Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) dagegen schlägt das Kasernenareal vor. Das Vorgehen des Gemeinderats stösst bei den Fraktionen im Stadtrat von links bis über die Mitte hinaus auf Zustimmung. So ist für Lena Sorg, Co-Fraktionspräsidentin der SP, die menschenwürdige Ausgestaltung der Unterkünfte wichtiger als die Standortfrage. «Kaserne wie Zieglerspital sind sehr gut geeignet.»

Im Zieglerspital allerdings ist die Schaffung von neuem Wohnraum vorgesehen. Eine Planänderung müsste der Gemeinderat beschliessen und der Stadtrat bestätigen. Das Kasernenareal dagegen gehört dem Bund. Frühere Vorschläge aus den Reihen der SP, das Land etwa für den Wohnungsbau zu nutzen, seien dort «auf taube Ohren» gestossen, sagt Sorg.

FDP will ein «Entgegenkommen»

Die Verhandlungsgrundlage beim Kasernenareal hält Bernhard Eicher, Fraktionspräsident der FDP im Stadtrat, gerade deshalb für gut: «Der Bund ist auf das Asylzentrum dringend angewiesen. Seine Stellung als Eigentümer des Areals könnte ein grosser Vorteil sein.» Er begrüsse auch die Signale des Gemeinderats bei der Suche nach «Lösungen zugunsten von Menschen in Not». Da die Standortsuche eigentlich Sache des Kantons sei, solle Bern von diesem im Fall der Realisierung ein «Entgegenkommen» in anderen Bereichen verlangen. Beispielsweise beim Gaskessel: «Versuche, diesen vom Kanton mitfinanzieren zu lassen, sind bisher gescheitert.» Das Zieglerspital hingegen kommt für Eicher als Standort gar nicht infrage: «Der Wohnungsbau hat angesichts der Wohnungsnot Vorrang», so der FDP-Stadtrat.

Fundamentaler Widerstand ist von rechts zu erwarten: SVP-Fraktionschef Alexander Feuz hätte am liebsten gar keine Asylunterkünfte in Bern. Das Areal beim Zieglerspital sei für die Wohnnutzung vorgesehen. Und auch das Kasernenareal komme nicht infrage. «Solche Zentren gehören in die Randregionen, weit weg von der Stadt. Zum Beispiel in ehemalige Truppenunterkünfte in den Bergen.» Feuz hat auch Sicherheitsbedenken: «Asylsuchende in der Stadt neigen zum Drogenhandel.»

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