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Von-Roll-Besetzer dürfen vorerst bleiben

Das Kollektiv Fabrikool darf die alte Schreinerei in der Berner Länggasse bis Ende Juli zwischennutzen.

Die Alte Schreinerei auf dem Von-Roll-Areal in der Berner Länggasse ist besetzt.
Die Alte Schreinerei auf dem Von-Roll-Areal in der Berner Länggasse ist besetzt.
Franziska Rothenbühler
Einquartiert hat sich das Kollektiv «Fabrikool».
Einquartiert hat sich das Kollektiv «Fabrikool».
Franziska Rothenbühler
...der Kanton will verhandeln.
...der Kanton will verhandeln.
Franziska Rothenbühler
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Nach rund zwei Wochen Verhandlungen konnte gestern zwischen den Besetzern auf dem Von-Roll-Areal und dem Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern ein Zwischennutzungvertrag abgeschlossen werden. Der Vertrag erlaubt die Nutzung der alten Schreinerei, die sich im Besitz des Kantons befindet, bis Ende Juli 2017. «Danach besteht die Option, die Zwischennutzung zu verlängern», sagt die zuständige Regierungsrätin Barbara Egger (SP). Dass in kurzer Zeit ein einvernehmliches Nutzungskonzept herausgearbeitet werden konnte, mag erstaunen.

Denn noch vor den Vertragsverhandlungen Anfang März liess das Kollektiv Fabrikool verlauten, dass sie Versuche des Kantons, ein Nutzungskonzept herauszuarbeiten als Mittel für diesen sähen, «Überblick und Kontrolle zu erhalten». Alt-Stadtpräsident Alexander Tschäppät wurde kurz danach als Vermittler eingesetzt. Mit dem nun herausgearbeiteten und unterschriebenen Vertrag konnte offenbar ein Kompromiss gefunden werden. Am Dienstag wollten weder Tschäppät zu seinem Mandat noch die Besetzer als Kollektiv Stellung nehmen.

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Im Vertrag ist geregelt, dass ausschliesslich das Erdgeschoss des Gebäudes genutzt werden darf. Nicht Teil der Zwischennutzung sind damit der erste und zweite Stock sowie der Aussenraum. Das Kollektiv habe selber mit baulichen Massnahmen dafür gesorgt, dass die Zugänge zu den oberen Geschossen versperrt blieben, sagt Egger. Nach der Besetzung Mitte Februar äusserte der Kanton noch Sicherheitsbedenken, weil die alte Schreinerei in einem schlechten Zustand sei.

Mit einer einfachen baulichen Massnahme will der Kanton dem nun entgegentreten. «In der nächsten Zeit wird das Dach mit zusätzlichen Balken versteift», sagt Egger. Solange sich die Besetzer an die Bestimmung hielten und sich von den oberen Geschossen fernhalten würden, könne mit dieser Massnahme die Sicherheit der Bewohner gewährleistet werden. Das koste nicht viel und sei vom Kanton in diesem Jahr auch dann geplant gewesen, wenn die alte Schreinerei nicht besetzt worden wäre, so Egger.

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Der Vertrag verpflichtet Fabrikool ausserdem, dass sie auf dem Vorplatz der alten Schreinerei das Betriebskonzept der Universität und der Pädagogischen Hochschule sowie die Hausordnung des Hochschulzentrums Von Roll einhalten. Zudem wurde das Kollektiv verpflichtet, eine Privathaftpflichtversicherung abzuschliessen, die Brandschutzauflagen zu beachten und die Nachtruhe zu befolgen.

Letzteres sei eine der Bedingungen gewesen, die die Anwohner gestellt haben, so Egger. «Ansonsten ist das Projekt rundum auf Akzeptanz gestossen.» Nicht akzeptieren will den vollzogenen Vertragsabschluss die Junge SVP Stadt Bern. Linke Hausbesetzer würden zum wiederholten Mal von Parteigenossen bevorteilt und ihre illegalen Aktionen noch belohnt, schreiben sie in einer Mitteilung.

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