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Kamikaze vor der Bar im Zelt

Den Schaustellern auf der Schützenmatte in Bern bleibt weniger Platz. Mit den neuen Nachbarn haben sie sich aber angefreundet und hoffen auf neues Publikum.

Jürg Muri hofft auf neue Kundschaft.
Jürg Muri hofft auf neue Kundschaft.
Christian Pfander

Nun ist wieder «Schütz» auf der Berner Schützenmatte. Die Gondeln auf dem Kamikaze-Rad warten auf mutige Passagiere, die sich auch gerne mal auf den Kopf drehen lassen. Ein Clown lockt die Kinder auf das Karussell mit Flugzeugen. Und natürlich darf die Putschautobahn nicht fehlen. «Die gehört in jeden Lunapark», sagt Platzchef Jürg Muri und lacht sein kehliges Lachen.

Weniger Platz für Buden

Dieses Jahr ist die «Schütz» aber kleiner als in anderen Jahren. Auf dem Platz steht jetzt nämlich das Zirkuszelt von Christoph Ris und Kevin Liechti. Die beiden betreiben darin eine Bar und organisieren im Auftrag der Stadt Bern die Zwischennutzung auf der Schützenmatte. Deshalb haben die Schausteller des Lunaparks 450 Quadratmeter weniger Platz als sonst. Laut Muri bedeutet das, dass zwei mittelgrosse Maschinen weniger aufgestellt werden können.

Laut dem Berner Gemeinderat ist das nicht dramatisch, weil sich weniger Schausteller als sonst angemeldet hätten. Platzchef Muri bestätigt die Aussage des Gemeinderats. Allerdings lässt er durchblicken, dass die Schausteller auch Zeitung gelesen und daher gewusst hätten, dass die Stadt für die Schützenmatte neue Pläne hat. Von den engeren Platzverhältnissen habe er erst vor einem Monat konkret erfahren.

Doch nun, da der Park aufgestellt ist, ist Jürg Muri zufrieden. Er hofft sogar, dass die Bar im Zelt neue Kundschaft bringt. Jürg Muri und Christoph Ris stehen im Zirkuszelt und diskutieren angeregt über die kommenden Wochen. Gemeinsame Pläne haben sie noch nicht geschmiedet, können es sich aber beide durchaus vorstellen.

Jürg Muri, Kevin Liechti und Christoph Ris empfinden die Nachbarschaft als Bereicherung. Foto: Christian Pfander
Jürg Muri, Kevin Liechti und Christoph Ris empfinden die Nachbarschaft als Bereicherung. Foto: Christian Pfander

Dass die «Schütz» überhaupt stattfinden kann, war nicht selbstverständlich. Im Frühling dieses Jahres hatte die Stadt den Lunapark abgesagt. Die Schausteller hatten sich abgemeldet. «Nach den Demonstrationen im April hatten wir Bedenken wegen der Sicherheit», erklärt Muri.

Unsicher wie immer

Auch dass sich die Schausteller mit Ris und Liechti gut verstehen, ist nicht selbstverständlich. Die beiden Projektleiter der Zwischennutzung stehen der Reitschule nahe. Und die Schausteller haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder über die Reitschule beklagt. Insbesondere nachdem im Frühling vor vier Jahren zwei Putschautos zerstört und Sicherheitsleute angegriffen worden waren, gab die Sicherheit zu reden. Die Schausteller forderten damals ein besseres Sicherheitskonzept. Dieses wurde geändert und seither lief der Betrieb ohne besondere Zwischenfälle.

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