Käfigturm gerettet – bis Ende nächsten Jahres

Der Bundesrat hat die Finanzierung des Politforums Käfigturm bis Ende 2017 verlängert. Stadtpräsident Tschäppät freut sich über den Aufschub und will eine geeignete Lösung finden.

Vorerst gerettet: Das Politforum im Käfigturm (hinten).

Vorerst gerettet: Das Politforum im Käfigturm (hinten).

(Bild: Valérie Chételat)

Das Politforum im Berner Käfigturm erhält eine einjährige Gnadenfrist. Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, die Finanzierung dieses beliebten Angebots um ein Jahr bis Ende 2017 verlängern. Das hat Bundesratssprecher André Simonazzi auf Anfrage bestätigt. Die einjährige Verlängerung soll dem Politforum mehr Zeit einräumen, um sich nach einer alternativen Finanzierung umzusehen. Dem Vernehmen nach hat sich der neue Bundeskanzler Walter Thurnherr im Bundesrat mit einem Mitbericht für die Gnadenfrist engagiert.

Alexander Tschäppät, der sich für den Erhalt des Politforums Käfigturm eingesetzt hat, ist über den Aufschub erfreut: «Nun haben wir Zeit eine geeignete Lösung zu finden.» Eine Möglichkeit sehe er in einer gemeinsamen Trägerschaft aus Kantonen, Gemeinden und dem Bund. Wer sich genau daran beteiligen werde sei noch unklar. «Vielleicht stellen sich auch die Kirchgemeinden oder Burgergemeinden zur Verfügung.» Denkbar sei auch eine Kostenbeteiligung der Nutzer des Käfigturms - bisher wurden die Räumlichkeiten gratis zur Verfügung gestellt. Mit diesem Aufschub sei der Zeitrahmen nun klar: «Die Termine für Gespräche sind schon gesetzt. Jetzt können wir loslegen.»

Protest gegen Sparentscheid

Der Käfigturm erfreut sich in der Bundesstadt grosser Beliebtheit für politische Veranstaltungen. Er wird seit 1999 von der Bundeskanzlei und den Parlamentsdiensten gemeinsam betrieben. In den letzten 17 Jahren haben 30 Ausstellungen und 300 Publikumsveranstaltungen im Käfigturm stattgefunden, meist zu politischen Themen. Im November 2015 hatte der Bundesrat jedoch im Rahmen des Stabilisierungsprogramms 2017 bis 2019 entschieden, seine Beiträge von jährlich rund 800'000 Franken zu streichen.

Dieser Sparentscheid hatte eine breite Protestwelle provoziert. Ein Komitee «Rettet den Käfigturm» sammelte nach eigenen Angaben über 4500 Unterschriften. Mitinitiant Walter Stüdeli zeigt sich über die Gnadenfrist erfreut. «Das gibt Zeit, um die Finanzierung auf neue Beine zu stellen», sagt er auf Anfrage. Das Komitee erwarte jedoch, dass der Bund auch weiterhin einen Teil des Angebots finanziere. Nach Auskunft von Simonazzi ist dies jedoch nicht vorgesehen. Die Nachfolgefinanzierung müsse «ohne Beteiligung der Bundesverwaltung» erfolgen, sagte Simonazzi.

hä/hum

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