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Jungbär «4» kehrt als Präparat in den Tierpark zurück

Der Jungbär, der im Frühling nach Attacken seines Vaters eingeschläfert werden musste, ist am Donnerstag als Präparat in den Berner Tierpark Dählhölzli zurückgekehrt.

Der kleine Bär, der im April den Tod fand, wird im Tierpark zum Ausstellungsobjekt.
Der kleine Bär, der im April den Tod fand, wird im Tierpark zum Ausstellungsobjekt.
zvg
Seine Haut ist echt – der Rest wurde von einer Präparatorin von Hand nachgebildet.
Seine Haut ist echt – der Rest wurde von einer Präparatorin von Hand nachgebildet.
zvg
In der oberen Reihe sieht sich Beutler die Sitzposition an. Die Bilder aus der mittleren Reihe zeigen ihr den Muskelaufbau des Tieres auf.
In der oberen Reihe sieht sich Beutler die Sitzposition an. Die Bilder aus der mittleren Reihe zeigen ihr den Muskelaufbau des Tieres auf.
Valérie Chételat
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Bär «4» kehrt nach seinem Tod im Frühjahr ins Dählhölzli zurück – als ausgestopftes Ausstellungsobjekt. Dort soll er künftig für schulische Zwecke in der Zoopädagogik eingesetzt werden.

Das «Bären-Drama» erschütterte im April die Öffentlichkeit. Die beiden Bären «Misha» und «Masha» hatten erstmals Junge. Die Tierparkleitung liess die Familie beisammen, obwohl man nicht ausschliessen konnte, dass der Bärenvater den Jungen gefährlich werden könnte.

Die Bärenfamilie lebte rund zwölf Wochen zusammen. Zunehmend zeigten sich die Bäreneltern mit dem Nachwuchs überfordert. Die handaufgezogenen Elterntiere sind sehr stark aufeinander geprägt. Diese Prägung überlagerte zunehmend den Elterninstinkt.

Vaterbär «Misha» traktierte die Jungbären im Spiel rabiat und schleuderte sie durch die Luft. Am 2. April kam das erste Jungtier dabei ums Leben. Danach kehrte etwas Ruhe ein.

Das zweite Bärchen musste ein paar Tage später eingeschläfert werden, um es vor weiterem Stress und Leiden zu bewahren. Über den Tierpark brach ein Sturm der Entrüstung herein. Man habe den handaufgezogenen Bären die Chance geben wollen, mit der Aufzucht von Jungen richtiges Bärenverhalten zu erlernen, verteidigte der Tierpark seinen Entscheid.

Bärenmann «Misha» ist inzwischen sterilisiert - junge Bären wird es also im «Dählhölzli» vorderhand nicht mehr geben.

Echt ist nur die Haut

Einer der beiden Jungbären wurde in den vergangenen Monaten nun präpariert. An der sogenannten Dermoplastik ist nur mehr die gegerbte Tierhaut echt. Der Tierkörper, bis hin zu den Augen aus Glas, ist eine Nachbildung des echten Tieres.

«Wie ein Bildhauer hat die Präparatorin in den letzten Wochen an diesem Modell gearbeitet», schreibt der Tierpark in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Über das mit Schellack versiegelte Körpermodell zog die Präparatorin dann das gegerbte Bärenfell. Der präparierte Jungbär wird nun, zusammen mit anderen Präparaten, in der Zoopädagogik eingesetzt. «Die Geschichte der Jungbären mit dem traurigen Ende werden wir, auch anhand des Präparats, immer wieder erzählen und erklären», schreibt die Tierparkleitung.

SDA/hjo

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