Jugendclub Tankerä muss mit Einsprachen rechnen

Dem geplanten Jugendclub an der Nägeligasse droht Widerstand.

Eröffnungstermin ungewiss: Das ehemalige Gebäude der Sanitätspolizei.

Eröffnungstermin ungewiss: Das ehemalige Gebäude der Sanitätspolizei. Bild: Valérie Chételat

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Dem geplanten Jugendclub Tankerä an der Berner Nägeligasse weht bereits ein rauer Wind entgegen – von der anderen Aareseite her. Laut Hans-Jürg Klopfstein, dem Präsidenten des Altenberg-Rabbental-Leistes, stösst das Projekt auf viel Widerstand im Quartier. An einer Versammlung am gestrigen Donnerstag hat man sich laut Klopfstein zwar immer noch nicht darauf geeinigt, ob der Leist Einsprache erheben wird. Doch er rechnet damit, dass diverse Anwohner privat gegen den Club vorgehen werden.

Klopfstein selbst sieht sich in einer schwierigen Situation. Er befürworte den Jugendclub, müsse aber auch die Befürchtungen der Quartierbewohner ernst nehmen. Zum Teil seien die Ängste wohl etwas übertrieben. «Aber es kann natürlich schon laut werden, wenn 50 Jugendliche draussen stehen und rauchen», so Klopfstein. Viele Anwohner fürchteten die Entstehung einer ähnlichen Situation wie beim Vorplatz der Reitschule. Damals habe es trotz Versprechungen der Stadt nie eine Verbesserung gegeben.

Der lange Weg zum Jugendclub

Auch vonseiten der Stadt ist die Skepsis der Anwohner bekannt, wie Alex Haller, Leiter des Stadtberner Jugendamts, sagt. Auch er rechnet mit Einsprachen. «Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass das Projekt bewilligungsfähig ist», so Haller. Eine Beschallung oder der Ausschank von Getränken im Freien seien nicht vorgesehen und auch nicht Teil des Betriebskonzepts. Da im Gebäude das Rauchen nicht vorgesehen sei, müsse man damit rechnen, dass sich Jugendliche auch im Freien aufhielten, sagte Haller. Im Konzept vorgesehen sind dagegen eine Lärmschleuse und die Anwesenheit eines externen Sicherheitsdienstes.

Seit Jahren will die Stadt Bern einen Jugendclub an der Nägeligasse errichten und damit bezahlbare Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche von 16 bis 20 Jahren schaffen. Im Februar verabschiedete der Gemeinderat dafür einen Kredit von fast zwei Millionen. Der Club soll in der ehemaligen Garage der Sanitätspolizei bis zu 450 Personen Platz bieten. Unter der Woche ist der Betrieb bis halb eins Uhr vorgesehen, an den Wochenenden bis halb fünf Uhr morgens.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.04.2017, 15:18 Uhr

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