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Ja zu «Bildung und Kultur»

Der Erziehungsdirektor Bernhard Pulver hat sein Kulturförderprogramm für die Schulen in abgespeckter Form nun doch noch durch den Grossen Rat gebracht.

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver verfolgt angespannt die Debatte über sein Kulturförderprogramm. Am Ende kann er aufatmen. (Adrian Moser)
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver verfolgt angespannt die Debatte über sein Kulturförderprogramm. Am Ende kann er aufatmen. (Adrian Moser)

Das Kantonsparlament hat die nötigen Mittel für das Projekt mit dem Namen «Bildung und Kultur» genehmigt.

Noch im vergangenen September schickte das Kantonsparlament das Programm «Bildung und Kultur» an die Erziehungsdirektion zurück. Dies mit dem Auftrag, es wegen der düsteren finanziellen Aussichten des Kantons zu verkleinern. Auch dürfe der Volksschule nicht eine weitere Reform zugemutet werden.

Die Erziehungsdirektion hat nun die Kosten für die vierjährige Versuchsphase 2011 bis 2014 von 11,5 auf 6,16 Millionen Franken reduziert.

Diese Reduktion führte dazu, dass die EVP- und die GLP/CVP- Fraktion nun zustimmten. Ihre Forderungen seien erfüllt, sagten ihre Sprecher. Anders die FDP: Obwohl sie im Herbst einen Nichteintretensantrag ablehnte und ebenfalls Änderungen forderte, sagte sie nun - wie die SVP und die EDU - Nein.

Das geschehe zugegebenermassen mit schlechtem Gewissen, sagte Fraktionssprecher Adrian Kneubühler. Doch angesichts der drohenden Defizite des Kantons Bern müsse man bei neuen Ausgaben halt auch einmal Nein sagen. Ja zum Programm sagten hingegen die BDP sowie die Grünen und die SP/JUSO/PSA-Fraktion.

Nach einer engagierten und längeren Diskussion stimmte das Parlament mit 83 zu 61 Stimmen zu.

Noch vier statt sechs Angebote

Das Programm sieht nun noch folgende Angebote vor: Der Kanton vergibt pro Jahr interessierten Klassen maximal je einen Gutschein für die Durchführung eines eigenen Kulturprojekts und für die Reise an einen Kulturort respektive zu einer Kulturveranstaltung.

Dieses Angebot können Klassen vom Kindergarten bis hinauf zu Berufsfachschulen und Gymnasien in Anspruch nehmen. Auch Privatschulen steht das Angebot offen. Der Wert der Gutscheine beträgt 800 Franken für eigene Kulturprojekte, der Wert der Reisegutscheine entspricht den günstigsten Reisekosten mit dem öffentlichen Verkehr.

Auch sollen in den nächsten vier Jahren insgesamt 45 Klassen im Kanton die Chance erhalten, am Programm «MUS-E» der Yehudi Menuhin- Stiftung teilzunehmen. Das Programm besteht darin, dass professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten einer Schulklasse während zwei Lektionen wöchentlich ein direktes künstlerisches Erlebnis vermitteln.

Zudem will der Kanton eine Internet-Plattform zum Bekanntmachen der Angebote und auch zur Vergabe der Gutscheine kreieren.

Der vom Grossen Rat geforderten Kürzung zum Opfer fielen Pulvers Absicht, an den Schulen Kulturverantwortliche zu bestimmen. Auch wird nun an den Schulen das Angebot der Kulturvermittlung nicht ausgebaut.

Das sechste Angebot ist laut Angaben des Kantons finanziell vollständig kompensiert und blieb deshalb vom Sparauftrag des Grossen Rats verschont. Es geht um Angebote für die Weiterbildung von Lehrpersonen.

Ziel Pulvers ist es, mit der Kulturförderung das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler im Kanton Bern zu fördern.

Auch Lotterie- und Sponsorengelder fliessen

Knapp 60 Prozent der Kosten des Kulturförderprogramms wird der Kanton aus allgemeinen Staatsmitteln tragen, 40 Prozent werden dem kantonalen Lotteriefonds entnommen. Zudem will die Erziehungsdirektion einen Teil der MUS-E-Kosten durch Sponsoren finanzieren. Die Zusage einer Stiftung liegt vor.

SDA/dam

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