Im Zieglerspital sind die ersten Flüchtlinge eingezogen

Bis die 100 Betten im Renferhaus belegt sind, dauert es noch eine Weile.

Aktuell wohnen 15 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak im Renferhaus.

Aktuell wohnen 15 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak im Renferhaus.

(Bild: Valérie Chételat)

Im Zieglerspital hat eine neue Epoche begonnen. Wo bis im Sommer noch Kranke einquartiert waren, leben jetzt Flüchtlinge. 15 Personen hätten bisher ihr Quartier im Renferhaus bezogen, sagt Dominik Wäfler von der Heilsarmee auf Anfrage. Insgesamt stünden 100 Betten bereit. Bis zur Vollbelegung dauere es ungefähr noch drei Wochen. Schätzungen seien aber mit Vorsicht zu geniessen. «Wir erfahren oftmals erst am Abend, wie viele Personen am nächsten Tag platziert werden müssen.»

Bei einem Augenschein vor Ort ist vom neu eingekehrten Leben noch nichts zu sehen. Vor dem Renferhaus ist es ruhig und menschenleer. Einzig durch die Fenster lassen sich ein paar Handwerker beim Arbeiten beobachten. Wäfler spricht von «Kleinigkeiten» im Zusammenhang mit der Sicherheit und der Elektrizität. «Nichts, dass wir nicht in den Griff bekommen.»

Das Innere ist noch tabu

Das Innere des Durchgangszentrums ist vorläufig für die Öffentlichkeit tabu. Das soll sich ändern, «sobald der Betrieb einigermassen stabil läuft», wie Iris Rivas, die Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes, auf Anfrage sagt.

Wäfler betont, dass das Renferhaus für eine Asylunterkunft sehr gut geeignet sei. «Schliesslich hat es schon vorher zur Unterbringung von Menschen gedient.» Ob das Gebäude hauptsächlich von Familien oder jungen Männern bevölkert wird, kann er noch nicht sagen. «Bis jetzt sind Familien aus Syrien und dem Irak eingezogen.» Klar sei hingegen, dass man die Leute nicht nach Nationalität auf die Durchgangszentren verteile. «Das würde unseren Überzeugungen widersprechen.»

Zur Debatte steht zurzeit, die Bewohner des Durchgangszentrums in Riggisberg ins Renferhaus zu verlegen. Das Zentrum in Riggisberg soll noch in diesem Jahr geschlossen werden. Ein genauer Schliessungstermin steht allerdings noch nicht fest.

Ende bereits wieder absehbar

Auch beim Durchgangszentrum im Renferhaus ist das Ende bereits absehbar. Der Betrieb ist auf sechs Monate befristet, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Doch auch ein vorzeitiges Ende wäre denkbar. Das Staatssekretariat für Migration wird im Bettenhaus des Zieglerspitals ein auf zehn Jahre begrenztes Bundeszentrum einrichten. Der Einzugstermin ist noch nicht geklärt, dürfte aber im Laufe des nächsten Jahres sein. Unwahrscheinlich ist, dass das Bundeszentrum und das kantonale Durchgangszentrum parallel betrieben werden.

Langfristig ist das Zieglerspital ohnehin nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. Die Stadt plant, das Areal für die Wohnnutzung zu entwickeln.

Der Bund

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