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Im Schnellzugstempo durch die jüdische Geschichte

Der Einsender eines antijüdischen Texts im «Sigriswiler Anzeiger» hat sich – wie vor Gericht versprochen – einer Weiterbildung unterzogen.

Es war kein Zufall, dass sich am Donnerstagabend zwei hochrangige Exponenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) für einen Vortrag ins verschneite Sigriswil hinaufbemühten: Vizepräsidentin Sabine Simkhovitch-Dreyfus aus Genf und Generalsekretär Jonathan Kreutner aus Zürich. «Wollen Sie mehr wissen über das Judentum und die Juden in der Schweiz?», so hiess das Thema. Der Abend bildete den Abschluss einer Affäre, die vor einem Jahr mit der Publikation einer antijüdischen Hetzschrift im «Sigriswiler Anzeiger» begonnen hatte.

Ein Sigriswiler Bergbauer, nebenberuflich als Schwellenmeister für die Gemeinde tätig, liess im inoffiziellen Organ einen Text zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik abdrucken, dessen Inhalt im Satz gipfelte: «Das Welt-Judentum (Zionismus) hat die totale Ausraubung gewisser reicher Länder wie Deutschland, Schweiz, Österreich und anderer Staaten längst begonnen.» Dem Dokument war sein Name beigefügt. Der Drucker in Gunten, der den Anzeiger herausgibt, gab später an, er habe den Text nicht ganz gelesen, sondern fast unbesehen ins Blatt gerückt wie Vereinsnachrichten, Gratulationen, Gemeindeinformationen oder eingesandte Verse.

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