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Im Juli startet der Bahnhofausbau

Der Bund hat die Bewilligung für den Ausbau des Berner Bahnhofs erteilt. In zwei Monaten starten die Arbeiten im Wildpark und auf dem Eilgutareal.

Die Pendler am Bubenbergplatz laufen künftig durch die Unterführung Mitte direkt in den SBB-Bahnhof hinein.
Die Pendler am Bubenbergplatz laufen künftig durch die Unterführung Mitte direkt in den SBB-Bahnhof hinein.
Valerie Chételat

Noch wirkt der Ort idyllisch. Aber im Wildpark beim Henkerbrünnli wird in zwei Monaten Berns grösste Baustelle entstehen. Während acht bis zehn Jahren wird auf der Grünfläche der Installationsplatz Ost für den Ausbau des RBS-Tiefbahnhofs stehen.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat am Donnerstag die Baubewilligung erteilt. Zugleich hat die Behörde auch den SBB die Erlaubnis erteilt, die neue Personenunterführung zwischen Grosser Schanze und Bubenbergplatz zu bauen.

So könnte der Bahnhof dereinst aussehen. Video: zvg/Youtube

Noch offen ist zurzeit die Frage, wann die Plattform für den westlichen Zugang zur unterirdischen RBS-Baustelle über der Laupenstrasse errichtet werden kann. Die Einsprache der unmittelbar benachbarten Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) ist noch hängig. «Es sind noch keine Entscheide gefällt», hält ein Finma-Sprecher auf Anfrage fest. «Konstruktive Gespräche» darüber seien aber im Gang.

Nur geringe Verkehrszunahme

Unmittelbar gefordert ist nun der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Bleiben Rekurse gegen die Baubewilligung aus, «fangen wir im Juli mit den Bauarbeiten im Wildpark und auf dem SBB-Eilgutareal an», sagt RBS-Sprecherin Fabienne Thommen. An der Laupenstrasse würden vorerst bloss Arbeiten in Angriff genommen, die nicht direkt mit der Plattform zusammenhängen.

Auf dem SBB-Eilgutareal werde auf der Fläche des heutigen Dienstparkings von der Oberfläche in die Tiefe gebaut, sagt Thommen. Dabei arbeite man sich etappenweise nach unten, sodass die Baustelle rasch wieder zugedeckt werden kann. Dazu müssten temporär auch Abstellgleise ausser Betrieb genommen werden, sagt Thommen. Die Zufahrt zu den Baustellen erfolgt über den Neufeldtunnel.

Thommen erklärt, dass sich der LKW-Verkehr auf der Tiefenaustrasse in Grenzen halten wird. «Über die Bauzeit von zehn Jahren wird es rund 0,5 bis 0,8 Prozent Mehrverkehr geben», sagt die RBS-Sprecherin. Im Spitzenjahr 2021 werde mit einem Plus von durchschnittlich 613 LKW-Fahrten pro Woche gerechnet. «Dies betrifft den ganzen Baustellenverkehr von RBS und SBB», sagt Thommen.

Keine Betonmischanlage im Park

Zu den Einsprechern gegen den Installationsplatz im Wildpark gehörten Anwohner und der Henkerbrünnli-Leist. Sie befürchteten Lärm durch ein Betonmischwerk im Wildpark. Zudem haben sie eine Fussgängerverbindung zwischen dem Engehaldequartier und dem Brückfeld gefordert.

Nach Angaben von Stadtingenieur Hans-Peter Wyss hat der RBS auf eine Betonmischmaschine im Wildpark verzichtet. Ein neuer Fussweg zwischen der Engehalde und dem Brückfeld sei zwar nicht vorgesehen. Dafür sehe das Projekt der RBS aber einen «attraktiven Ersatz» vor. Genauere Angaben dazu waren am Donnerstag nicht erhältlich.

Nicht zu den Einsprechern gehörte die Quartierkommission Länggasse-Felsenau. Sie hat sich mit Erfolg dafür eingesetzt, dass der Stadtteil vom LKW-Verkehr verschont bleibt. «Der Stadtteil wird vom Baustellenverkehr kaum tangiert», sagt Geschäftsführer Daniel Blumer.

Er sieht die Bauarbeiten im Wildpark und auf der Grossen Schanze auch als Chance, neue Ideen für die künftige Nutzung der Gebiete zu entwickeln. «Der Ausbau des Bahnhofs Bern liegt in übergeordnetem Interesse. Das Quartier muss sich arrangieren», sagt Blumer.

Stadt überwacht LKW-Fahrten

Zum Ausmass der Bauarbeiten auf der Grossen Schanze wollen die SBB zurzeit nicht Stellung nehmen. Eine Sprecherin weist lediglich darauf hin, dass der Installationsplatz zwischen der einstigen Generaldirektion der SBB und dem Post Parc errichtet und dem Baufortschritt angepasst werde.

Laut Stadtingenieur Wyss soll die Baustelle in einer späteren Bauphase Richtung Rasenfläche vor dem Uni-Hauptgebäude vergrössert werden. Die Zufahrt für schwere Lastwagen erfolge über die Schanzenbrücke. Kleinere Fahrzeuge lieferten zeitweise auch über die Sidlerstrasse an.

Der Baustellenverkehr erfolge in beiden Richtungen von der Autobahnausfahrt Forsthaus über die Laupenstrasse bis zur Schanzenbrücke. Die Stadt werde die Einhaltung der Transportrouten mit einem Monitoring sicherstellen, sagt Wyss.

Bubenbergplatz bleibt noch ruhig

Wann die Bauarbeiten am Bubenbergplatz beginnen ist laut Wyss noch unklar. Die SBB wollen das Bubenbergzentrum teilweise abreissen, um einen Neubau zu errichten. Ob die Stadt eine Fussgängerunterführung baut, um die Pendlerströme in den Hirschengraben abzuführen, ist noch nicht entschieden. Die ergänzenden Verkehrsmassnahmen «werden voraussichtlich zwischen 2022 und 2025 umgesetzt», sagt Wyss.

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