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«Ich wollte es den Planern nochmals zeigen»

Roger Fridelance ist der geistige Vater der Bähnli-Lösung im Bärenpark. Die Umsetzung seiner Idee sei in langer, nervenaufreibender Kampf gewesen, sagt der pensionierte Seilbahnexperte.

Der Vater des Bärenpark-Bähnlis: Roger Friedelance.
Der Vater des Bärenpark-Bähnlis: Roger Friedelance.

Herr Fridelance, die Stadt hat jahrelang vergeblich nach einer Lift-Lösung gesucht. Sie haben den gordischen Knoten gelöst und das Bärenpark-Bähnli erfunden. Wie sind Sie zu ihrem Posten gekommen? Zuerst regte ich mich primär über die in den Zeitungen diskutierten Lift-Varianten auf. Das kann es doch nicht sein, dachte ich mir. Ich wollte es den Planern noch einmal zeigen. Denn zuvor hatte ich mich beim Kanton 30 Jahre lang beruflich mit Schrägaufzügen befasst und etwa die Standseilbahn nach Leubringen oder auf den Mont Soleil mitgeplant. Das Projekt liegt mir als ehemaliger Mattebewohner auch persönlich am Herzen.

Wie genau ist Ihnen als Pensionär dann die zündende Idee gekommen? Ich sass lange auf einer Mauer in der Wasserwerkgasse und blickte auf den Bärenpark vis à vis. Dann studierte und studierte ich: Wie kann man einen Lift bauen, ohne einen Eingriff in die Landschaft machen zu müssen? Dann ist mir die seitliche Bärenpark-Mauer ins Auge gestochen, die ist ja absolut prädestiniert für so eine Anlage. Das ist es, dort muss die Bahn befestigt werden! Daraufhin habe ich zwei Bauingenieure beauftragt, die Statik der Mauer zu überprüfen. Die zahlte ich damals aus dem eigenen Sack. In stundenlanger Kleinarbeit zeichnete ich dann von Hand Pläne meines Bärenpark-Bähnlis.

Die Stadt hat 22 Lift-Varianten geprüft. Wie haben Sie die Behörden von ihrem Projekt überzeugt? Zuerst habe ich mit Bernd Schildger, der Denkmalpflege und verschiedenen Behindertenverbänden gesprochen. Sie waren sofort überzeugt von meinem Vorschlag und gaben grünes Licht. Dann klopfte ich an viele Türen: Richtig in Fahrt kam das Projekt aber erst, als Finanzdirektor Alexandre Schmidt das Dossier übernahm – hat mich als Berater engagiert. Aber es war ein langer, nervenaufreibender Kampf.

Inwiefern? Wer hat gegen ihr Bähnli angekämpft? Während der Projektentwicklung gab Besserwisser. Diese Leute haben mir dreingeredet und teilweise Widerstand geleistet, obschon sie keine Ahnung von solchen Bahnen haben. Das war bereits bei der ursprünglichen Planung des Bärenparks der Knackpunkt: Auch damals war betreffend Liftanlagen in der Verwaltung niemand an Bord, der wirklich vom Fach war. Das darf eigentlich nicht sein. Jetzt hoffe ich, dass zumindest in der Ausschreibung Fachmänner für Seilbahnen beigezogen werden. Denn ich baue schliesslich auch keine Hochhäuser! Insgesamt bin ich befriedigt, dass man sich für eine original Berner Lösung entschieden hat.

Seilbahnexperte Roger Fridelance (75) arbeitet über 30 Jahre lang in der Kantonsverwaltung. Zuletzt war er stellvertretender Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehrs.

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