«Ich fühle mich von der Reitschule hintergangen»

Nach den Krawallen bei der Reitschule kündigt Alexander Tschäppät Massnahmen an. Wie diese aussehen könnten, ist noch unklar.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät will nicht zur Tagesordnung übergehen.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät will nicht zur Tagesordnung übergehen.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Adrian Müller@mueller_adrian
Martin Erdmann@M_Erdmann

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von den erneuten Ausschreitungen bei der Reitschule hörten?
Ich habe eine grosse Wut verspürt. Für solche Aktionen habe ich null Verständnis. Das geht gar nicht und ist ein gewaltiger Rückschlag im Versuch, die Reitschule in geordnete Bahnen zu führen. Wir wie auch die Reitschule werden mit den erneuten Angriffen desavouiert.

Betrachten Sie nun Ihren Weg des konstruktiven Dialogs als gescheitert?
Ich fühle mich schon etwas ohnmächtig und hintergangen vonseiten der Reitschule. Ich dachte, die Gespräche verlaufen sachdienlich. Ein Jahr lang war es nun relativ ruhig um die Reitschule und nun das. Dennoch darf der Dialog nicht abgebrochen werden. Ohne ihn geht es nicht. Es müssen unverzüglich Gespräche aufgenommen werden.

Also wird nun alles wie gehabt weitergehen?
Nein, nach so einem Vorfall darf man nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren. Es muss Konsequenzen geben. Als erste Massnahme werde ich dem Gemeinderat beantragen, die Leistungsverträge mit der Reitschule zu sistieren. Diese hätten Ende Monat dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt werden sollen.

Was kann man sonst noch tun?
Um über konkrete Massnahmen zu sprechen, ist es noch zu früh. Wir werden die Situation zuerst mit allen Beteiligten besprechen, bevor wir handeln. Die Reitschulverträge werden aber sicherlich nochmals überdacht werden. Vielleicht muss man da nochmals ein paar Dinge anpassen. Was das sein könnte, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen.

Von verschiedenen Seiten werden Rufe nach einer zumindest temporären Schliessung laut. Wie stehen Sie dazu?
Man kann über alles diskutieren, aber die Schliessung löst das Problem nicht. Die Reitschule muss sich aber schon im Klaren sein, dass sie mit solchen Aktionen einen grossen Teil zu dieser Tendenz beiträgt. Die Reitschule muss sich bewusst sein, dass langsam, aber sicher ihre Existenz auf dem Spiel steht, wenn es zu weiteren Gewaltexzessen kommt. Immer mehr Leute setzen ein Fragezeichen hinter der Legitimation des Betriebs.

DerBund.ch/Newsnet

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