Hoffnung auf eine Kunstmeile

Wenn das Kunstmuseum und das Zentraum Paul Klee in der Liga international mitspielen wollen, dann braucht es den Neubau.

Bild: Franziska Rothenbühler

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Ist das jetzt der Durchbruch nach einer schier endlosen Geschichte? Man ist vorsichtig geworden, aber die Zeichen stehen gut. Die Erweiterung des Kunstmuseums wird seit über 30 Jahren diskutiert, diverse Projekte erlitten Schiffbruch, mit Hansjörg Wyss wurde ein Mäzen scheinbar definitiv vergrault. Und genau dieser Hansjörg Wyss hat mit seinem Angebot im letzten Herbst, 20 Millionen Franken an einen Erweiterungsbau beizusteuern, den entscheidenden Anstoss gegeben. Kurz vor Ende seiner Amtszeit hat Regierungsrat Bernhard Pulver die vielleicht letzte Chance ergriffen und alle Beteiligten ins Boot geholt – von Stadt über Kanton, Dachstiftung bis zur Denkmalpflege und den Architekturverbänden.

Und siehe da: Mit einem Neubau wird ein Wurf angepeilt und damit die Stärkung des Kunstplatzes Bern vorangetrieben. Mit dem nun vorgestellten Projekt eines Neubaus unter Einbeziehung des Flügelbaus der Polizeikaserne könnte das Kunstmuseum ideale Rahmenbedingungen schaffen für die Präsentation der Sammlungen bis hin zur Gegenwartskunst. Denn eines ist klar: Wenn das Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee in der Liga grosser Museen wie in Zürich und Basel und auch international mitspielen wollen, dann braucht es neben einem überzeugenden Programm auch mehr Lager- und Ausstellungsflächen. Das Neubauprojekt hat aber auch einen städtebaulichen Aspekt: Die angestrebte Belebung und Aufwertung der Hodlerstrasse mit Kunstmuseum und Progr als Protagonisten einer – vielleicht sogar verkehrsfreien – Kunstmeile würde mächtig an Schubkraft gewinnen.

Und die Stolpersteine? Der Denkmalschutz wird sich nicht querstellen, er unterstützt das Projekt; und ein Wettbewerb birgt zwar gewisse Risiken in Form kontroverser Ideen, aber eben auch die Chance auf einen «Leuchtturm». Bleiben die Kosten. Der Kanton als alleiniger Subventionsgeber des Kunstmuseums schwimmt bekanntlich nicht im Geld. Hier ist Überzeugungsarbeit gefragt, damit sich die Einsicht auch bei Skeptikern Bahn bricht: Das ist eine lohnende Investition in die kulturelle und soziale Zukunft der Stadt. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.05.2018, 07:04 Uhr

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