Himmeltapete und Stadtentwicklung

Das Kunstprojekt «Der Himmel von Bern» soll neue Impulse für die Zukunft des Freudenbergplatzes liefern.

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Julia Richter@jules_richter

Eigentlich ein trister Ort: Das Dach des vernachlässigten Freudenbergplatzes ist eine Autobahnbrücke. Autoverkehr und Lärm sind dominant und die Wendeschlaufe des Ostring-Trams suggeriert, dass der Platz gut ist, um zu wenden. Nicht aber, um zu bleiben.

Das Kunstprojekt «Der Himmel von Bern», das am Samstagabend offiziell eröffnet wurde, will nun eine neue Perspektive auf den Freudenbergplatz ermöglichen. Im September ist die Unterseite des Autobahnviaduktes blau statt grau – der Beton wurde mit einer Tapete bedeckt, auf der ein wolkig-hübscher blauer Himmel zu sehen ist. Die Idee der Tapete ist, dass sie vom sonst so düsteren Freudenbergerplatz «freie Sicht» auf den Himmel ermöglicht.

«Dieser Himmel ist eine Einladungskarte, den Platz neu wahrzunehmen,» sagt Stef Richter, Mitglied des Berliner Künstlerduos Burghard, welches das Projekt am Freudenbergplatz realisierte. 2014 hatte Burghard mit «Der Himmel von Bern» eine Ausschreibung der Berner Kommission Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) gewonnen.

Im 3. Stock des Zentrums Freudenberg hat das Künstlerduo zudem einen Ort eingerichtet, der zu einer Art Denkfabrik für Stadtentwicklung werden soll. Im sogenannten «Freudenberger College» werden Räumlichkeiten und Material zur Verfügung gestellt, die es allen Interessierten ermöglichen sollen, über die Zukunft des Freudenbergplatzes zu diskutieren - zahlreiche Filmvorführungen, Vorträge und Gespräche sind bereits geplant. Der Zeitpunkt des Kunstprojekts fällt damit mit dem Aufruf zur öffentlichen Mitwirkung beim Stadtentwicklungskonzept Stek 2016 zusammen.

«Das partizipative Element ist uns wichtig», sagt Richter. So legt das Künstlerduo BURGHARD auch grossen Wert auf die Mitwirkung anderer Akteure, wie beispielsweise der Berner Social Space Agency, der Hamburger Initiative für Urbanismus Heft und dem Quartierverein Quav 4.

Ebenfalls am Eröffnungsabend präsent ist SP-Gemeinderätin und Stadtpräsidiumskandidatin Ursula Wyss, die sich jüngst für eine Erhöhung der Investitionen in Kunst im öffentlichen Raum einsetzte. Sie zeigt sich hocherfreut über das Projekt. Der Freudenbergplatz sei ja sonst ein Ort, «wo man wirklich nicht gern hinschaut». Sie finde es sehr gelungen, dass die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum am Freudenbergplatz durch das Kunstprojekt gefördert werde.

Das Kunstprojekt «Der Himmel von Bern» am Freudenbergplatz kann bis zum 30. September besichtigt werden. Weitere Informationen finden sie hier.

DerBund.ch/Newsnet

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