«Hier geht es nicht nur um finanzielle Aspekte»

Ein Superdirektor für beide Museen oder Status quo? Der neue Präsident der Museumsdachstiftung, Jürg Bucher, will alle Optionen offen lassen.

Jürg Bucher ist Präsident der Dachstiftung von ZPK und Kunstmuseum.

Jürg Bucher ist Präsident der Dachstiftung von ZPK und Kunstmuseum. Bild: Keystone

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Herr Bucher, zwei Monate nach Ihrem Amtsantritt als Präsident der neuen Dachstiftung von ZPK und Kunstmuseum folgt bereits ein zentraler Abgang. Räumen Sie in der Berner Museumszene auf?
Herr Fischer hat seinen Rücktritt auf Ende Februar angekündigt. Das ist ein normaler Prozess und sein persönlicher Entscheid. Angesichts seines Alters und angesichts dessen, was er für ZPK alles geleistet hat, ist der Entscheid nachvollziehbar und akzeptierbar. Es stimmt aber auch, dass auf die beiden Museen neue Herausforderungen zukommen.

Zu einem Zerwürfnis zwischen der neuen Stiftung und dem künstlerischen Direktor ist also nicht gekommen?
Herr Fischer hat selber gesagt, dass es sich um einen längeren Prozess gehandelt hat. Dieser hat vor meiner Ernennung zum Präsidenten begonnen.

In der Mitteilung ist von «anstehenden strategischen Anpassung» für Struktur und Organisation die Rede. Was heisst das?
In der Unternehmenssprache ausgedrückt: Seit kurzer Zeit existiert eine Holding über zwei KMUs. Das Ziel der Holding ist dabei, die Markenidentitäten zu erhalten, zu stärken und weiter zu entwickeln – aber unter der Voraussetzung, so stark zusammenzuarbeiten wie möglich. Der neue Stiftungsrat ist derzeit daran, die künftige Strategie zu entwickeln und zu konkretisieren. Wenn dies vorliegt, können wir über die Organisation und die Führung der beiden Museen diskutieren. Und erst dann folgen die personellen Entscheide. Mein Ziel ist es, Anfang 2016 die entsprechenden Entscheid vorzulegen.

Nun bietet der Abgang eines der Direktoren aber schon die Möglichkeiten, auf der Ebene künstlerische Führung zu bündeln. Ist ein Direktor für beide Museen eine Option, gar ein Ziel?
Über die Vor- und Nachteile einzelner Varianten äussere ich mich noch nicht. Es gibt verschieden Varianten. Der Status quo gehört ebenfalls dazu.

Sie könnten damit auch gleich einen Cheflohn einsparen.
Es geht nicht nur um finanzielle Aspekte. Gerade in der Kunst ist es wichtig, Kunst und Wirtschaftlichkeit in einer Balance zu halten. Die Frage wird also auch sein: Was dient der Kunst am besten?

Aber wäre ein solcher Superdirektor zumindest ein Modell, das Sie persönlich interessant finden?
Das hängt nicht von Jürg Bucher als Stiftungsratspräsident ab. Entscheiden muss der Stiftungsrat. Meine Meinung ist eine von vielen. Selbst wenn ich eine hätte, würde ich sie nicht sagen. Ich werde aber mit offenem Visier in die Diskussion gehen.

Aber der Abgang ist sicher eine grosse Chance für die Dachstiftung, diese Frage überhaupt zu diskutieren, was nicht möglich gewesen wäre, solange beide Direktoren noch im Amt sind. Nun können Sie Nägel mit Köpfen machen.
Mit oder ohne Abgang von Herrn Fischer: Die Dachstiftung existiert erst auf dem Papier. Wir haben operativ noch gar nichts gemacht. Sie können aber davon ausgehen, dass wir sehr wohl Nägel mit Köpfen machen, welche das auch immer sein mögen.

Bekommt Herr Fischer eine Abgangsentschädigung?
Nein. Herr Fischer hält eine normale Kündigungsfrist von sechs Monate in. Bis Februar ist er in Amt und Würde. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2015, 16:36 Uhr

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