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Hausbesetzer kritisieren Polizeieinsatz im Breitenrain

Nach den Hausbesetzern in Ostermundigen meldet sich nun auch das Besetzerkollektiv, das sich im Breitenrain an der Moserstrasse eingerichtet hat, mit Kritik an der Polizei. In beiden Besetzungen wurde vergangenen Mittwoch eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Vergangenen Mittwoch führte die Polizei im besetzten Haus an der Moserstrasse im Breitenrainquartier eine Hausdurchsuchung durch.
Vergangenen Mittwoch führte die Polizei im besetzten Haus an der Moserstrasse im Breitenrainquartier eine Hausdurchsuchung durch.
Naomi Jones

Nach der Hausdurchsuchung des besetzten Gebäudes an der Moserstrasse 33 im Breitenrainquartier hat sich das anonyme Besetzerkollektiv am Sonntag an die Medien gewandt. In dem Schreiben mit Absender «Wohnkollektiv Moserstrasse» wird der Polizeieinsatz vom vergangenen Mittwoch harsch kritisiert. Gemäss Polizei war dieser im Zusammenhang mit dem Strafverfahren betreffend den Angriffen auf die Polizeiwache am Waisenhausplatz vom Februar erfolgt.

Die Liste der Vorwürfe des Kollektivs ist lang, angefangen damit, dass den Bewohnerinnen und Bewohnern kein Hausdurchsuchungsbefehl vorgezeigt worden sei, wie es gesetzlich vorgeschrieben wäre. Die Polizei sei mit gezogenen Waffen ins Haus gelangt, habe Türen mit Gewalt aufgebrochen und die Durchsuchung in Wohnungen von Personen durchgeführt, die gar nicht Ziel des Einsatzes waren. Gemäss Mitteilung hätten die Einsatzkräfte zudem eine Frau nackt aus dem Bett gezerrt und mit Handschellen gefesselt, in einem anderen Fall sei ein Kleinkind einer Leibesvisitation unterzogen worden.

Polizei widerspricht

Die Kantonspolizei Bern widerspricht den Vorwürfen am Montag auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Gemäss Mediensprecherin Corinne Müller wurde der Hausdurchsuchungsbefehl ausgehändigt. Der Einsatz sei nach einer vorgängigen Beurteilung der Gefährdungssituation erfolgt. «Aufgrund der nicht eindeutig abgrenzbaren Wohnverhältnisse mussten die ganzen Liegenschaften durchsucht werden.»

Zu den einzelnen Kritikpunkten nimmt die Polizei nur allgemein Stellung. «Werden Kinder in solchen Situationen vor Ort angetroffen, wird dies im laufenden Einsatz stets berücksichtigt und insbesondere darauf geachtet, dass die Situation ruhig abläuft und diese wenn möglich nicht von der Bezugsperson getrennt werden», schreibt Müller. Beteiligte Personen, die mit dem Vorgehen der Polizei nicht einverstanden seien, stehe der Rechtsweg offen.

Ähnlichen Vorwürfen ist die Polizei auch bei einer Hausdurchsuchung in Ostermundigen ausgesetzt worden, die ebenfalls am vergangenen Mittwoch erfolgte. Auch dieser Einsatz stand im Zusammenhang mit den Vorfällen vom Februar.

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