«Handwerk verdient mehr Wertschätzung»

Küchenchef Urs Messerli wünscht sich eine grössere Wertschätzung für das Handwerk und freut sich über ein Flasche Wein.

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Adrian Müller@mueller_adrian

Zuoberst auf dem Wunschzettel von Küchenchef Urs Messerli stehen nicht materielle Dinge. Was er sich aber sehr wünscht, ist «eine grössere Wertschätzung für das Handwerk». Er bedauere die Tendenz, alles zu akademisieren. Darum zögerten junge Leute oft, einen handwerklichen Beruf zu erlernen oder eine Arbeit im Gastgewerbe, obwohl die Löhne in der Gastronomie heutzutage gut seien.

Er wolle den Freihandel nicht infrage stellen, sagt Messerli, der mit Compagnon Domingo S. Domingo in der Schweizerhof-Passage das mit 14 «Gault Millau»-Punkten benotete Restaurant Mille Sens führt. «Für mich ist schwer nachvollziehbar, weshalb wir Pouletbrüstli aus Brasilien oder China importieren müssen.» Der Konsument solle den Wert eines guten regionalen Produkts schätzen und bereit sein, dafür einen fairen Preis zu bezahlen. Fleisch für das Mille Sens beziehe er möglichst im Inland. Sein Compagnon gehe jede Woche zweimal auf den Märit. «Nur die Gewürze kommen aus aller Welt», darum trägt das Restaurant den Zusatznamen «Les goûts du monde».

Messerli ist sonst wunschlos glücklich, man lebe bei uns auf hohem Niveau. Trotzdem freut er sich über Geschenke wie etwa ein Kleidungsstück, ein Bild oder Wein. «Wenn ich die Flasche öffne, weiss ich, wer sie mir geschenkt hat», sagt Messerli, dessen Gastronomiegruppe auch eine Vinothek und die Weinhandlung Mille Sens umfasst. Das Augenmerk liegt auch hier auf Weinen aus Europa. Schenke man bewusst, sagt Messerli, sei es eine gute Sache.

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