Hallenbad im Neufeld wird konkret

Der Gemeinderat will im Neufeld ein Hallenbad bauen. Der Stadtrat soll den nächsten Schritt beschliessen: 6,7 Millionen Franken für den Projektierungskredit.

Die neue Schwimmhalle soll auf dem Gelände des Tennisclubs Neufeld zu stehen kommen. Wenn alles klappt, ist das Bad 2023 betriebsbereit.

Die neue Schwimmhalle soll auf dem Gelände des Tennisclubs Neufeld zu stehen kommen. Wenn alles klappt, ist das Bad 2023 betriebsbereit.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Christian Zellweger@@chzellweger

Die Pläne für ein zusätzliches Hallenbad in der Stadt Bern werden konkreter. Der Standortentscheid des Gemeinderates für das Neufeld und eine dazugehörige Machbarkeitsstudie liegen bereits vor. Am Donnerstagabend soll der Stadtrat nun 6,7 Millionen für die Projektierung sprechen. Damit soll ein Wettbewerb mit mindestens zwölf Eingaben, die Projektierung und die Ausschreibung für den Bau der Halle finanziert werden. Die Architekten, welche am Wettbewerb teilnehmen werden, bekommen den Auftrag, eine Schwimmhalle für die breite Öffentlichkeit zu planen.

Schwimmwettkämpfe sind in der neuen Halle nur am Rande geplant. Damit Vereine, Schulen und private Besucher problemlos aneinander vorbeikommen, soll die Halle zwei Becken enthalten: Ein grosses Becken mit zehn 50-Meter Bahnen, das sich bei Bedarf in zwanzig 25-Meter-Bahnen unterteilen lässt – und ein zweites, kleineres Becken mit mobilem Boden für Kinder- und Seniorenschwimmen, Rettungskurse oder Turmspringen. Ein «Leuchtturmprojekt» soll die Schwimmhalle auch in Sachen Ökologie werden. Der Bau soll mit Strom aus Fotovoltaik, warmem Wasser dank Solarwärme und mit Erdsonden für die Raumheizung betrieben werden.

Politisch kaum umstritten

Politisch ist der Bau kaum umstritten. «Wir gehen davon aus, dass die Vorlage angenommen wird», sagt FDP-Stadtrat Christoph Zimmerli. Er gehört zu den Vätern und Müttern der «Hallenbad-Initiative», die ein zusätzliches Hallenbad für Bern forderte. Im November 2015 wurde die Initiative vom Berner Stimmvolk mit 74 Prozent Ja-Stimmen angenommen. «Wir sind zufrieden, dass endlich ein konkreter Vorschlag vorliegt», so Zimmerli, «die Vorlage zeigt einen gangbaren Weg.»

Noch bestehen einige praktische Hindernisse, die der Gemeinderat in der Vorlage aber als überwindbar bezeichnet. Der Tennisclub (TC) Neufeld, auf dessen Areal die Halle teilweise zu stehen käme, hat bereits im Oktober sein Einverständnis gegeben. Weichen müsste das Clubhaus des TC. Dieses ist als «erhaltenswert» eingestuft, die Denkmalpflege hat aber signalisiert, dass sie einen Abbruch als verhältnismässig erachten würde. Auch der FC Länggasse müsste sein Clubhaus auf dem Areal aufgeben.

Rot eingezeichnet: Eine mögliche Ausrichtung der Schwimmhalle. Plan: zvg

Die Machbarkeitsstudie schlägt vor, beide Clubräume gleich in die neue Halle zu integrieren. Ebenfalls «erhaltenswert» ist die Tribüne des Stadions Neufeld. Auch diese müsste je nach Platzierung der Halle weichen. Ein Abbruch wäre hier möglich, sofern ein Ersatz eine «ebenbürtige Gestaltung» garantiert. Diese Vorgabe soll in die Wettbewerbskriterien einfliessen. Weiter tangiert ist das Sportfeld der Universität und das Fussballfeld des FC Länggasse. Universität und Fussballclub haben signalisiert, dass sie hinter den Plänen für ein Hallenbad Neufeld stehen und sich nicht gegen eine allfällige Verlegung ihrer Sportfelder wehren würden.

Baustart für 2020 vorgesehen

Schliesslich wird auch das Volk mitreden. Wahrscheinlich gemeinsam mit dem Baukredit muss es Anfang 2020 über die nötige Zonenplanänderung befinden. Der Baustart ist für den Herbst 2020 geplant. Anfang 2023 soll die Schwimmhalle dann fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten schätzt der Gemeinderat auf 55 bis 70 Millionen Franken. Steht die neue Halle, will der Gemeinderat die Sanierung der bestehenden Hallenbäder angehen.

Der Bund

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