Gurtenfestival: «Es war eine kleinere Katastrophe»

Nach der Vorverkaufs-Panne: Ab 15 Uhr werden wieder Tickets für das Gurtenfestival verkauft – zumindest Pässe für Donnerstag und Sonntag.

Es gibt wieder Tickets fürs Gurtenfestival, die Auswahl ist allerdings beschränkt. (Archiv)

Es gibt wieder Tickets fürs Gurtenfestival, die Auswahl ist allerdings beschränkt. (Archiv)

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Hanna Jordi

Es gibt noch letzte Tickets für das Gurtenfestival 2016 – zumindest Pässe für Donnerstag und Sonntag. Diese Tickets werden am Mittwoch ab 15 Uhr über Starticket vertrieben. Die übrigen Pässe für die traditionell beliebten Festivaltage Freitag und Samstag sind bereits ausverkauft. Dies obwohl eine umfassende Panne auf der Vertriebsplattform Starticket den Verkauf der Gurtenfestival-Tickets am Montag erschwert hatte.

Aufgrund eines Fehlers bei Starticket hatten sich Kunden teilweise in fremden Nutzerkonten wiedergefunden, worauf die Verantwortlichen den Verkauf der Festivaltickets sistierten. Gemäss der Auskunft von Starticket lag die Störung im sogenannten Caching, dem Zwischenspeichern von Informationen, begründet. Es seien inzwischen Massnahmen getroffen worden, um dies künftig zu verhindern. «Zudem wird die Plattform heute beim weiteren Vorverkauf für das Gurtenfestival von Starticket natürlich unter besonderer Beobachtung stehen», so Simon Marquard von Starticket. Es sei das erste Mal, das sich bei Starticket ein solcher Fall ereignete.

Beim Gurtenfestival ist der Ärger über den verpatzten Vorverkauf derweil auch zwei Tage nach dem Vorfall gross. Simon Haldemann, Sprecher des Gurtenfestivals 2016, äussert sich im Interview über das Verkaufs-Debakel:

Simon Haldemann, der Auftakt zur zweiten Verkaufswelle der Gurtenfestival-Tickets war ein Fiasko. Wie geht die Festival-Leitung damit um, dass so viele Fans beim Ticketkauf verärgert wurden?
Wir können das Kind beim Namen nennen: Es war eine kleinere Katastrophe. Kunden waren auf Starticket plötzlich unter falschen Anmeldedaten eingeloggt und konnten so nicht mehr sicher sein, ob und wieviele Tickets sie bestellt hatten. Für uns als Auftraggeber von Starticket ist das ein sehr grosses Ärgernis. Alle hatten einen Zusatzaufwand: Starticket, wir – und vor allem die Kunden.

«Verdammte Frechheit», «einfach nur daneben»: Auf Ihrer Facebookseite verschafften viele Fans Ihrem Ärger Luft. Bleibt ein Imageschaden haften?
Das ist schwer zu sagen. Viele unserer Kundinnen und Kunden gaben sich zu recht enttäuscht und wütend darüber, dass Sie vielleicht vergeblich Zeit vor dem Computer verbracht haben. Doch bei den meisten kam schon auch ein Verständnis für unsere Situation zum Ausdruck. Wir konnten ja auch nichts dafür.

Was wurde in den letzten zwei Tagen unternommen, um den entstandenen Schaden zu beheben?
Dass die Kunden ihre Tickets neu personalisieren müssen, erwies sich als Vorteil. So konnten die Buchungen, die nicht deutlich einer Person zugeordnet werden konnten, nachrecheriert werden. Die Mitarbeiter von Starticket kontaktierten in den letzten zwei Tagen viele Leute, um in Erfahrung zu bringen, ob sie die gebuchten Tickets wirklich kaufen wollten.

Das klingt jetzt sehr positiv. Der Frust der Kunden, die vor lauter Problemen kein Ticket kaufen konnten, bleibt.
Das ist wahr, aber: In den ersten zehn Minuten lief der Verkauf über Starticket komplett normal. In dieser Zeit wurde der Grossteil der verfügbaren Tickets regulär verkauft. Auch wenn es keine Probleme gegeben hätte, wären die beliebten Ticketkategorien nach 15 Minuten ausverkauft gewesen. Rund zwei Drittel der Bestellungen wurden regulär abgewickelt, ein Drittel musste einzeln nachgeprüft werden.

Auf Facebook sprechen Kunden allerdings davon, dass sie in den ersten zehn Minuten auch schon Probleme hatten. Wie kann das sein?
Gemäss den Informationen von Starticket lief das System zu Beginn ohne Probleme. Allerdings griffen zu diesem Zeitpunkt sehr viele Leute zu, sodass geschah, was bei anderen Grossveranstaltungen auch passieren kann: Das Portal wurde überlastet. Das gibt es nicht nur beim Gurtenfestival, sondern auch bei Ticketverkäufen für AC/DC, Adele oder Muse.

Am Mittwochnachmittag werden die restlichen Billete der zweiten Verkaufswelle über Starticket verkauft. Was ist noch übrig?
Nur noch Pässe für Donnerstag und Sonntag sowie Sleepingzone-Pässe und einzelne VIP-Pässe. Insgesamt und über alle Tageskombinationen hinweg betrachtet werden wir so bald 45'000 Tickets abgesetzt haben.

Kann jemand, der am Montag entnervt aufgab und dann leer ausging, auf eine Entschädigung hoffen?
Dazu können wir im Moment nichts sagen. Auch wenn alles normal gelaufen wäre: Eine Garantie für ein Ticket können wir nie geben.

Werden Sie auf der anderen Seite auf einer Entschädigung durch Starticket beharren?
Dazu kann ich nichts sagen. Wir stecken immer noch mitten in den Abklärungen drin.

DerBund.ch/Newsnet

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