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Grüne streben vierten Nationalratssitz an

Die Berner Grünen streben eine Stärkung der atomkritischen Kräfte im eidgenössischen Parlament an. Ihr Ziel sind ein vierter Sitz im Nationalrat und der Einzug in den Ständerat.

Präsident Blaise Kropf strebt mit seiner Partei einen vierten Sitz im Nationalrat an.
Präsident Blaise Kropf strebt mit seiner Partei einen vierten Sitz im Nationalrat an.
Adrian Moser

Der Wahlsonntag vom 23. Oktober bringe aus ökologischer Perspektive eine Weichenstellung von historischer Dimension, betonte Parteipräsident Blaise Kropf am Mittwoch vor den Medien in Bern. Die Notwendigkeit einer ökologischen Wende sei heute offensichtlicher denn je.

Zentrale Themen der Grünen wie der Atomausstieg seien inzwischen auch in der politischen Mitte angekommen, sagte Nationalrätin Franziska Teuscher. «Diesen Schwung wollen wir mit in den Wahlherbst nehmen».

«Bestmögliche Mobilisierung» sei nötig

Tatsächlich dürften die Grünen nicht die einzigen sein, die in den kommenden Wochen den Atomaussteig zum Wahlkampfthema machen. Zudem erwächst den Grünen mit der neuen grünliberalen Partei Konkurrenz. Die Grünliberalen konnten auf Gemeinde- und Kantonsebene seit ihrer Gründung 2008 recht ansprechende Ergebnisse erzielen.

«Wir wissen, dass wir uns anstrengen und unsere Wähler bestmöglich mobilisieren müssen», räumte Kropf ein. Der vierte Nationalratssitz sei ein ambitioniertes, aber durchaus erreichbares Ziel. Die Berner Grünen werfen nach eigenen Angaben 145'000 Franken für den Wahlkampf auf.

In eine neue Zeit gestolpert

Nationalrat und Ständeratskandidat Alec von Graffenried übte Rückschau auf die zu Ende gehende Legislatur. Sie sei gar nicht so wirkungslos gewesen, wie dies manche Kritiker behaupteten, sagte von Graffenried.

Verschiedene Blockaden hätten sich in letzter Zeit praktisch über Nacht gelöst, etwa beim Bankgeheimnis oder in der Atomfrage. Allerdings sei dies nicht durch strategisches Denken der Schweiz zustande gekommen.

Vielmehr sei das Land durch Druck von aussen praktisch in einen neuen Zeitabschnitt gestolpert, betonte von Graffenried. Dank der ständigen Forderungen der Grünen seien Alternativen schon lange diskutiert und so der Boden für Veränderungen vorbereitet worden.

Auch die unausweichlichen Annäherungsschritte der Schweiz an die EU dürften laut von Graffenried wohl eher «stolpernd geschehen». Mit der aktuellen Währungskrise erhalte die Schweiz «einen Vorgeschmack, was auf uns zukommen könnte». Die Währungskrise sei der Preis für den Alleingang der Schweiz.

(SDA)

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