Gnadenfrist für den Pflanz-Bus

Frühlingserwachen auf der Berner Warmbächlibrache: Der alte Treibhaus-Bus vom Tramdepot Burgernziel startet in sein drittes Leben.

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Für den alten grünen Bus hatte es schlecht ausgesehen. Mit dem Ende der Zwischennutzung beim Berner Tramdepot Burgernziel schien auch die Zeit von «Nonno Verdi» abgelaufen – so wird der als Treibhaus genutzte ehemalige Stadtverkehrsbus genannt.

Zum Glück gibt es aber eine andere Zwischennutzung, die dem Fahrzeug eine weitere Gnadenfrist gewährt. Seit Dienstag steht der Oldtimer mit Jahrgang 1964 auf der Warmbächlibrache. Bevor dort frühestens Ende 2018 gebaut wird, können die Quartierbewohner das Areal der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage zwischennutzen – und sie wollen nun auch den alten Bus bepflanzen.

«Der Bus bietet für sensible Tomaten optimalen Schutz», sagt Erlend Gass, der sich im Brachenverein in der Urban-Gardening-Gruppe engagiert. Zudem könnten verschiedene Arten von Kletterpflanzen den Bus nach und nach überwuchern und so zu einem Spielplatz für Kinder machen.

Werbung kaum nötig

Es ist bereits die zweite Saison, in der man auf der Brache Gemüsebeete für Quartierbewohner mit grünem Daumen zur Verfügung stellt. «Letztes Jahr wollten so viele Leute gärtnern, dass wir fast keine Werbung machen mussten», sagt Gass. Dieses Jahr gibt es nun mit dem Bus und alten Holzbooten mehr Grünfläche zum Beackern. Der Bus sei wichtig, weil er auf der sehr sonnigen Brache Schatten spende.

Auch sonst zeigt die Warmbächlibrache: Wenn eine Zwischennutzung zu Ende geht, gewinnt eine andere erst so richtig an Fahrt. Zwei Zirkusse machen in diesem Sommer auf der Brache halt. Und in einem kürzlich angelieferten Schiffscontainer will eine weitere auf der Brache engagierte Gruppe eine Bar einrichten.

Kopfzerbrechen bereitet die Abwasserleitung: «Da kommt noch Arbeit auf uns zu», sagt Gass. Und er wünscht sich, abgesehen von den Gärtnern und Gärtnerinnen, noch mehr Leute, die sich auf der Brache für laufende und neue Projekte einsetzen.

Wer ein Gemüsebeet bewirtschaften möchte, kann sich per Mail auf garten@brache.ch melden. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2017, 06:56 Uhr

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