Gleichzeitig Ostern für West- und Ost-Kirchen

Die Ostervesper kann ökumenisch abgehalten werden: Die zwei unterschiedlichen Kalender treffen dieses Jahr erneut zusammen, die nächsten Male erst wieder 2017 und 2025.

Gläubige Christen bei der Osterfeier auf dem Petersplatz in Rom: In Bern wird am Sonntag die ökumenische Ostervesper gemeinsam mit der christkatholischen Gemeinde organisiert.

Gläubige Christen bei der Osterfeier auf dem Petersplatz in Rom: In Bern wird am Sonntag die ökumenische Ostervesper gemeinsam mit der christkatholischen Gemeinde organisiert.

(Bild: Keystone)

Ostern ist nicht gleich Ostern – sowohl was die Rituale anbelangt, als auch die Daten. Innerhalb der christlichen Religion gelten zwei unterschiedliche Kalendersysteme, die dieses Jahr aber ausnahmsweise zusammenfallen.

Während die westlichen Kirchen den Termin für ihre wichtigste religiöse Feier nach dem gregorianischen Kalender festlegen, geschieht dies in der orthodoxen, östlichen Kirche nach dem älteren julianischen Kalender. Letzterer ist um 13 Tage verschoben. Die Folge davon sind unterschiedliche Osterdaten für Ost- und Westkirchen, die bis zu fünf Wochen auseinanderliegen können. Denn es gelten auch andere Regeln für die Terminfestlegung: In den westlichen Kirchen ist es möglich, den Ostersonntag schon am Tag des ersten Frühlingsvollmonds zu feiern – anders als in den orthodoxen Kirchen. So erklärt sich, weshalb es regelmässig passieren kann, dass die einen in der Karwoche vor Ostern trauern und fasten, während die anderen schon Auferstehung feiern und auf Pfingsten und Auffahrt zusteuern.

Gemeinsames Taufwasser

Doch nicht so dieses Jahr: Die Daten für Ostern fallen zusammen, wie schon 2010 und 2011. Dies ist erst wieder in drei bzw. elf Jahren der Fall. In Anbetracht dessen hat nun die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern (AKB) für Sonntag eine ökumenische Ostervesper gemeinsam mit der christkatholischen Gemeinde und ihrem Bischof Harald Rein organisiert.

Christoph Knoch, Präsident der AKB und reformierter Pfarrer aus Muri-Gümligen, sieht die unterschiedlichen Daten zwar als positiv an: «So kann ich bei den anderen Feierlichkeiten als Gast dabei sein und die anderen Festrituale verstehen und kennen lernen.» Nun freut er sich aber darüber, am Sonntag in der Berner St.-Peter-und-Paul-Kirche eine Ostervesper mit vielen anderen Christen zusammen feiern zu können.

Zentrales Element wird die Erinnerung an die individuelle Taufe sein, was ein elementarer Bestandteil der christlichen Osternachtsfeier ist. Denn in den ersten Jahrhunderten des Christentums wurden die Menschen lange Zeit ausschliesslich in dieser Nacht getauft. An die Taufe wollen Knoch und die anderen Beteiligten mit einem gemeinsamen Wasserritual erinnern. Nach dem Entzünden der Kerzen am Osterlicht giessen die Kirchenvertreterinnen und -vertreter Wasser aus den unterschiedlichen Krügen für das Taufwasser in ein grosses Becken. Mit diesem Wasser werden nach katholischem und orthodoxem Brauch die Gläubigen besprengt.

Pessach auch in dieser Woche

Am Ostermontag wird zudem in der ältesten Taufkapelle der Schweiz, im Tessiner Riva San Vital, eine Feier stattfinden, in deren Rahmen die meisten westlichen Kirchen ein gemeinsames Papier zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe unterschreiben. Die Schweizer Kirchen waren 1973 weltweit die ersten, die diesbezüglich eine Erklärung erarbeitet hatten.

Auch der jüdische Kalender fällt mit dem christlichen Festkalender zusammen. Das Pessachfest, aus dem das letzte Abendmahl und damit die Eucharistie hervorgegangen ist, fällt heuer in dieselbe Woche wie Ostern.

Ökumenische Ostervesper

Ostersonntag, 20. April, 17 Uhr

Christkatholische Kirche St. Peter und Paul, Rathausgasse 2, Bern

DerBund.ch/Newsnet

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