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Gewinnt der SCB den Titel zu Hause?

Der SCB kann heute erstmals in der Playoff-Ära den Titel zu Hause gewinnen. Gegen Servette will sich auch Simon Gamache in Szene setzen. Der Kanadier war in dieser Saison jedoch oft überzählig.

Vor gut drei Wochen spielte Simon Gamache zum ersten Mal wieder nach zwei Monaten und zehn Tagen, in denen er überzählig gewesen war. Es war das Comeback eines Spielers, mit dem niemand mehr gerechnet hatte, der so gar nicht mehr in das System des SCB zu passen schien, das auf Sicherheit und Härte ausgerichtet war. Doch dann verletzte sich Lee Goren, und Gamache stand bereit: Zu seinem Einstand, im zweiten Halbfinalspiel gegen Kloten, schoss er drei Tore. Seither kamen drei weitere sowie drei Assists hinzu.

Die Art und Weise seines Spiels war ungewohnt für den «Schillerfalter», wie der Kanadier oft betitelt wird. Eigenwillige Sololäufe zeigte er selten, die Treffer erzielte er mittels Ablenker. Trainer Larry Huras sagt zwar: «Seine Effizienz vor dem Tor muss noch grösser werden.» Aber er sagt auch: «Simon hat viel gelernt und ist vielseitiger geworden.» Für Gamache selber ist die veränderte Rolle kein Problem: «Bevor ich zum SCB kam, und auch in meiner ersten Saison in Bern 2006, habe ich vor dem Netz gespielt.» Damals war er mit 82 Punkten Liga-Topskorer. Nun füllt er eine Lücke, und das mit Erfolg.

Positive Einstellung

Für den 30-Jährigen war es ein Glück, dass Christian Dubé zwei Wochen vor ihm nach langer Verletzung wieder zurückgekehrt war. Und dass die beiden dank Huras in der gleichen Linie stürmen dürfen, wie sie es schon in vergangenen Jahren getan hatten. «Wir wissen, wie der andere spielt. Das macht es für uns einfach», sagt Dubé. Und nicht nur auf dem Eis harmonieren die beiden: «Wir sind gute Freunde», so Dubé. Täglich tauschten sie sich in dieser Saison über ihre unterschiedlichen, aber ähnlich schwierigen Situationen aus. Sie hofften, dass der eine gesund und der andere wieder eine Chance erhalten wird. Und als sie nach mehr als einem halben Jahr wieder gemeinsam auf dem Eis standen, sagten sie sich: «Let’s do it! Lass uns der Mannschaft helfen, so gut wir können.»

Dass dies so gut gelang, führt Huras auf den Glauben der Spieler an sich selbst zurück. Über Gamache sagt er: «Seine Einstellung war immer positiv. Er musste sie nicht von einem Tag auf den anderen ändern, deshalb fiel ihm auch die Rückkehr so leicht.»

Gamache, der in dieser Saison nur 37 von 62 Partien bestritt, will weder zurück- noch nach vorne blicken: «Klar hätte ich lieber eine bessere Saison gehabt, aber das kann ich nicht ändern», sagt der frühere NHL-Spieler (Atlanta, Nashville, St. Louis und Toronto). Sein Vertrag läuft bis Ende der nächsten Saison; ob der SCB weiterhin mit ihm plant, ist aber unklar.

Gamache wehrte sich

Weder Sportchef Sven Leuenberger noch der Trainer und auch nicht Gamache selbst wollen sich dazu äussern. Sie verweisen auf den laufenden Vertrag und auf das heutige fünfte Finalspiel, dem die volle Konzentration gelte. Im November wollte der SCB ihn an Biel ausleihen, um ihm Spielpraxis zu ermöglichen, doch Gamache lehnte ab. «Ich bin beim SCB. Und solange ich einen Vertrag habe, wird das so bleiben.»

Was wie eine Kampfansage klingt, ist wohl vor allem auch darauf zurückzuführen, dass sich Gamache in Bern wohlfühlt. Mit einem weiteren starken Auftritt heute kann er für sich vielleicht verhindern, was er mit martialischen Worten über den Gegner aus Genf sagt: «Für ihn gibt es kein Morgen.»

Mit dem SCB hat Gamache zum zweiten Mal die Chance, den Titel zu holen. 2006/2007 lag er nach dem verlorenen siebten Finalspiel gegen Davos (0:1) lange regungslos auf dem Eis. Diesmal will er lieber lange feiern - wird der SCB Meister, gibt es in der Stadt eine Freinacht. Doch in der Garderobe stehe noch kein Champagner: «Nein, nein», sagt er energisch. «Daran dürfen wir noch nicht denken.»

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