Gewichtige linke Veränderungen im Berner Stadtparlament

Die SP wechselt noch vor den Stadtwahlen im Herbst ihren Parteichef Stefan Jordi im Stadtrat aus, damit er Grossrat werden kann.

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Im Berner Stadtparlament kommt es kurz vor den städtischen Gesamterneuerungswahlen zu gewichtigen Veränderungen. Zwei prägende und nicht unumstrittene Figuren der Sozialdemokraten verlassen das Rathaus, um zwei neuen Personen den Vortritt zu lassen: Sowohl die ehemalige Fraktionschefin, Annette Lehmann, wie auch der aktuelle Co-Präsident der Stadt-SP, Stefan Jordi, treten aus dem Stadtrat zurück. Dies teilte die Partei am Donnerstag mit. Die Rücktritte erfolgen auf den 18. August. Lehmann war insgesamt 12 Jahre im Rat. Fünfeinhalb Jahre präsidierte sie die Fraktion. Im letzten November trat sie zurück und übergab die Leitung an Lena Sorg und Marieke Kruit. Lehmann wird sich künftig mehr in den Vorständen des Schlachthaus Theaters und der Organisation Wohnenbern engagieren.

Jordi wiederum ist seit 2003 Mitglied des Stadtrats. Er wird trotz seines Rücktritts Co-Präsident der SP Stadt Bern bleiben, obschon er in dieser Funktion beim Nominationsverfahren für die Gemeinderatswahlen vom November teilweise eher glücklos agiert hatte. Sein Rücktritt begründet die Partei allerdings vielmehr damit, dass Jordi im kommenden Januar in den Grossen Rat nachrutschen werden kann. Die Partei geht bereits davon aus, dass Jordi im Kantonsparlament den Sitz von Grossrat Res Hoffmann erben kann, wie SP-Mediensprecher Michael Sutter gegenüber dem «Bund» präzisiert. Hofmann wird offenbar aus dem Grossen Rat zurücktreten - sollte er im November ins Stadtparlament gewählt werden, für das Hofmann erneut kandidiert. Der pensionierte Gymnasiallehrer war bereits drei Amtszeiten im Stadtrat und viereinhalb Amtszeiten im Grossen Rat. Gut möglich aber auch, dass die SP zudem an einen Rücktritt von Grossrat Michael Abersold denkt, der bekanntlich gemeinsam mit Ursula Wyss für die Stadtregierung kandidiert.

Als Nachfolgerinnen kommen einerseits Barbara Nyffeler, Präsidentin der SP Bern Ost. Die 58-jährige Barbara Nyffeler Friedli ist Volkswirtschaftlerin und Leiterin des Fachbereichs wirtschaftspolitische Grundlagen im Beco Berner Wirtschaft. Andererseits rückt Jordis Präsidiumkollegin Edith Siegenthaler nach. Die 33-jährige Co-Präsidentin der SP Stadt Bern ist promovierte Historikerin und Leiterin der Geschäftsstelle der Evangelischen Frauen Schweiz (EFS). Die neuen Stadtparlamentarierinnen starten am 1. September. Weil die beiden kurz vor den Wahlen noch nachrutschen können, gelten sie im November bereits als bisherige Kandidaten. Dies erhöht in der Regel deren Wahlchancen. (Der Bund)

Erstellt: 07.07.2016, 16:13 Uhr

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