Gemeinderat will Probleme des Berner Nachtlebens anpacken

Der Gemeinderat hat sich mit den Petitionären von Pro Nachtleben getroffen.

Darbendes Berner Nachtleben: Der Gemeinderat und der Verein Pro Nachtleben wollen nun Lösungen suchen.

Darbendes Berner Nachtleben: Der Gemeinderat und der Verein Pro Nachtleben wollen nun Lösungen suchen.

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Lenz@lenzchristoph

10'700 Menschen haben die Petition Pro Nachtleben unterschrieben: Darin fordern sie den Gemeinderat unter anderem auf, ein Lärmkonzept zu erarbeiten. Am Mittwochabend haben sich Vertreter des Vereins und der zuständige Polizeidirektor Reto Nause (CVP) zu einer Sitzung getroffen – zum zweiten Mal.

«Es ging bei diesem Gespräch darum, aufzuzeigen, welche Mittel und Möglichkeiten die Stadt Bern im Nachtleben-Konflikt hat», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Der Handlungsspielraum der Gemeinde sei durch die nationale und die kantonale Gesetzgebung zwar stark eingeschränkt. Nun wolle man aber in verschiedene Richtungen weiterdenken. Eine Option sei etwa, dass der Kanton eine Anpassung der Lärmschutzzone 3 vornehme. «Gerade in der oberen Altstadt muss das Leben neben dem Wohnen Platz haben», sagt Nause. Für ihn steht fest: «Der Gemeinderat bekennt sich zum Nachtleben in Bern. Es ist wichtig für die Hauptstadt – nicht nur kulturell, sondern auch als Wirtschaftsfaktor. Deshalb müssen wir die Probleme anpacken.»

Kein «Tohuwabohu» als Ziel

Der Präsident des Vereinskomitees, Thomas Berger, lobt das Treffen auf Anfrage als «lösungs- und zielorientiert»: «Wir stellen allmählich auch fest, wie wenig Spielraum die Stadt Bern hat», sagt Berger. Beide Seiten hätten «Hausaufgaben» erhalten, die bis zu einem nächsten Treffen im Sommer zu erledigen seien. Die Nachtleben-Petitionäre sind beauftragt, eine Vision zu erarbeiten, wie ihrer Ansicht nach das Stadtberner Nachtleben in zehn Jahren aussehen soll. Berger stellt klar: «Wir wollen nicht 24 Stunden Tohuwabohu. Wir sind noch immer der Überzeugung, dass Wohnen und Ausgang in Bern nebeneinander Platz finden sollten.»

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt