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Gemeinderat will Berner schwitzen lassen

Fitness an der Tramhaltestelle, Frühsport vor der Arbeit oder Bewegung über Mittag: Der Stadtberner Gemeinderat möchte, dass sich die Bevölkerung im Alltag mehr bewegt. In einem Konzept präsentiert er seine Ideen und schickt sie in die Mitwirkung.

Die Bernerinnen und Berner sollen sich möglichst häufig bewegen. (Keystone)
Die Bernerinnen und Berner sollen sich möglichst häufig bewegen. (Keystone)

Die Stadt Bern möchte vor allem dort Menschen zum Sport motivieren, wo nicht schon Vereine, Schulen oder Private etwas anbieten. In einem Sport- und Bewegungskonzept wälzt der Gemeinderat verschiedene Ideen, zu denen die Bevölkerung nun Stellung nehmen kann.

Denkbar wären beispielsweise niederschwellige Angebote wie Lauf-, Skate- und Bike-Parcours, Street-Sport, Gymnastik und Tai Chi in Parkanlagen, offene Turnhallen am Sonntag, Joggingkarten für Touristen oder Bewegungs- und Sportkurse für Migrantinnen. Bei der Umsetzung will die Stadt mit Privaten zusammenarbeiten.

Geprüft werden soll, ob etwa Plätze, Tram- und Bushaltestellen oder Parks für entsprechende Aktivitäten genutzt werden könnten. Im Vergleich zu den kostenintensiven Sportanlagen seien solche allgemeinen Massnahmen relativ günstig, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Dienstag.

Veränderte Bedürfnisse

Der Gemeinderat will mit seinem Konzept den veränderten Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung tragen. «Vor dreissig, vierzig Jahren war der Sport vorwiegend Männersache und Vereinssport», erklärte die zuständige Gemeinderätin Edith Olibet (SP) am Dienstag vor den Medien.

Heute seien rund die Hälfte der Sporttreibenden Frauen, und Sport werde nicht mehr nur in Vereinen betrieben, sondern zunehmend individuell.

Die in dem Sport- und Bewegungskonzept formulierten Ideen sind erst einmal eine Absichtserklärung des Gemeinderates. Verbindliche Beschlüsse insbesondere zur Finanzierung sind darin nicht enthalten.

Stolz und Sorgenkind zugleich

Im Konzept befasst sich der Gemeinderat auch mit der Sanierung von Sportanlagen. Diese Anlagen seien der Stolz der Stadt, aber gleichzeitig auch Sorgenkinder, da grosser Investitionsbedarf anstehe, sagte Olibet. Dabei geht die Stadt nach dem Motto «so viel wie nötig, so wenig wie möglich» vor.

Olibet gab zu bedenken, dass es nicht ohne schmerzhafte Abstriche gehen werde, denn «Bern muss sparen und wir müssen Prioritäten setzen». Verzichten will der Gemeinderat künftig auf das Hallenbad Hirschengraben und die KaWeDe - natürlich nicht ersatzlos, wie er betont.

Hallenbad Hirschengraben und KaWeDe

Das Hallenbad Hirschengraben ist baufällig. Selbst wenn es die Stadt saniere, könnte der Bedarf noch immer nicht gedeckt werden. Deshalb möchte der Gemeinderat ein neues Hallenbad mit 50-Meter- Becken realisieren.

Ähnlich ist die Situation in der KaWeDe, auch sie ist sanierungsbedürftig. Das nahegelegene Marzili konkurrenziert das Bad, die Besucherzahl auf der Eisbahn im Winter ist ebenfalls rückläufig. Statt der KaWeDe will der Gemeinderat nur die Eisbahn Wyermannshaus mit zwei Eishockeyfeldern sanieren.

Beide Projekte sind in der mittelfristigen Investitionsplanung der Stadt enthalten.

Schliesslich möchte die Stadt auch weiterhin verschiedene internationale Sport-Grossanlässe beherbergen und so ihrem Anspruch als «die Sportstadt der Schweiz» gerecht werden.

SDA/el

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