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Gelungener Start in den Skiwinter

Weder Klima- noch Finanzkrise trüben den Saisonstart in den Oberländer Skidestinationen. Neuschnee sorgt für gute Pistenverhältnisse, und auch die Buchungen für die Festtage bieten wenig Grund zur Sorge.

Neuschnee und gute Pistenverhältnisse lockten im Gebiet Grindelwald-First erste Wintersportler auf die Piste. (Manuel Zingg)
Neuschnee und gute Pistenverhältnisse lockten im Gebiet Grindelwald-First erste Wintersportler auf die Piste. (Manuel Zingg)

Gerade noch rechtzeitig hat Frau Holle auch in diesem Jahr Gnade walten lassen. Dank teilweise ergiebigen Schneefällen und beschneiungsfreundlichen Temperaturen in der vergangenen Woche konnten viele Skigebiete im Berner Oberland wie geplant am Wochenende die Skisaison eröffnen. In der Jungfrauregion war ein Grossteil der Skilifte in den Gebieten von Mürren, Wengen und Grindelwald bereits in Betrieb. «Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Wochenende», sagt Simon Bickel, Kommunikationsverantwortlicher der Jungfrau-Bahnen. Insbesondere der Samstag habe dank gutem Wetter zahlreiche Frühwintersportler in die Berge gelockt. «Und auch der Verkauf von Saisonabonnementen hat dank den Schneefällen in der letzten Woche angezogen», sagt Bickel.

Zufrieden mit dem ersten Wochenende zeigt sich auch Bruno Hauswirth, Kommunikationsverantwortlicher der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg. «Der Pistenzustand ist gut, und die Besucherzahl war den Erwartungen entsprechend», sagt Hauswirth. Wie in den Gebieten Adelboden, Lenk und Gstaad war am Hasliberg zwar erst ein Teil des Pisten- und Liftnetzes geöffnet. «Der Rest folgt bei entsprechendem Schneefall und Temperaturen so bald wie möglich», sagt Hauswirth.

Weniger ausländische Touristen

Wenig Kopfzerbrechen bereitet den Oberländer Wintersportorten auch das Weihnachtsgeschäft. Die Auslastungsquote für die Festtage sei gut und mit dem Vorjahresniveau vergleichbar, lautet der Tenor in den meisten Skidestinationen. «Ab dem 26. Dezember ist alles voll», sagt etwa Ursula Mühlemann, Stellvertretende CEO der Jungfrau-Region Marketing AG. Ganz verschont von der Finanzkrise werden die Skigebiete aber dennoch nicht: So hat die Zahl der ausländischen Gäste gegenüber dem Vorjahr deutlich abgenommen. «Bei uns hat die Hotellerie verschiedene Absagen von grossen Reiseveranstaltern aus Grossbritannien, Holland und Deutschland erhalten», sagt etwa Ueli Hug, Leiter Marketing von Haslital Tourismus. Und auch Roger Seifriz von Gstaad Saaneland Tourismus spricht klar von einer Verschiebung. «Die Buchungen aus Grossbritannien, den USA und auch aus Deutschland sind deutlich zurückgegangen. Dafür kommen heuer mehr Schweizer und Franzosen.» Eine Tatsache, die besonders diejenigen Skigebiete freuen dürfte, deren Angebote vornehmlich von Schweizer Gästen genutzt werden.

Kostenbewusstsein gestiegen

Was in allen Skigebieten deutlich spürbar ist, ist ein erhöhtes Kostenbewusstsein: «Die Nachfrage nach günstigen Übernachtungen nimmt weiter zu, während das Luxussegment die Krise klar zu spüren bekommt», sagt Ursula Mühlemann. Insbesondere die Nachfrage nach günstigen Ferienwohnungen ist in allen Gebieten stark angestiegen. «Wir gehen davon aus, dass viele Gäste heuer auch beim Essen und Shoppen eher sparen werden», sagt Jürg Blum, Vizedirektor von Adelboden Tourismus. Um das Portemonnaie ihrer Gäste nicht zusätzlich zu belasten, haben die meisten Gebiete in dieser Saison bewusst auf eine Tariferhöhung bei den Skipässen verzichtet.

Spontanbuchungen im Trend

Weiter verstärkt hat sich der Trend hin zu spontaneren und kürzeren Skiurlauben. «Oft wird erst gebucht, wenn man bereits im Hotelzimmer steht», sagt Eduardo Zwyssig von Lenk Tourismus. Immer mehr Gäste entscheiden kurzfristig aufgrund von Kontostand, Wetter und Schneeverhältnissen, ob sie am Wochenende in die Berge fahren wollen oder nicht. «Dem kommen die Internetbuchungen natürlich stark entgegen», sagt Zwyssig. Entsprechend sei es schwierig, aussagekräftige Prognosen für die ganze Skisaison zu machen. «Das Niveau des letzten Jahrhundertwinters zu erreichen, wird aber sicher schwierig sein», sagt Jürg Blum.

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