Gelder für den Umzug des Kino Kunstmuseum

Das Kino Kunstmuseum will ins Ciné Rex zügeln. Der Kanton Bern hat bereits 510'000 Franken für das Projekt gesprochen.

Der Kanton Bern unterstützt den Umzug des Kino Kunstmuseum ins Ciné Rex.

Der Kanton Bern unterstützt den Umzug des Kino Kunstmuseum ins Ciné Rex.

(Bild: Martin Guggisberg)

Matthias Raaflaub

Das Kino Kunstmuseum soll im Ciné Rex an der Schwanengasse einziehen. Dieses Projekt ist offenbar schon konkreter, als bis anhin bekannt war. Im «Bund» vom Mittwoch wollte Thomas Allenbach, der Leiter des Kino Kunstmuseum, den Umzug noch nicht bestätigen. Wie die «Berner Zeitung» am Donnerstag schrieb, ist dieser auf gutem Wege, zumindest was die Finanzierung betrifft. Der Kanton Bern unterstützt das Vorhaben. Ende August entschied der Regierungsrat über ein Gesuch des Kino Kunstmuseum und des Trägervereins Cinéville und sprach 510'000 Franken.

Ausbau auf zwei Säle

Das zeigt der öffentlich einsehbare Regierungsratsbeschluss zur Vergabe von Geldern aus dem Lotteriefonds. 410'000 Franken steuert der Kanton aus diesem Topf bei. Das Amt für Kultur beteiligt sich mit 100'000 Franken. Gemäss dem Beschlussdokument belaufen sich die Kosten für den Umzug auf 1,78 Millionen Franken. Durch die Beiträge fehlen für die Finanzierung noch 356'000 Franken. Dennoch wird das Projekt des Kino Kunstmuseum schon detailliert geschildert: «Ab Herbst 2014 wird es das ‹ehemalige› Kino Rex an der Schwanengasse beziehen und in zwei Sälen ein Zusammenspiel von Arthouse-Premieren und kuratiertem filmhistorischem Programm bieten», heisst es im Gesuch.

Das Rex hat derzeit nur eine Leinwand. Es ist aber geplant, den Balkon zu einem zweiten Saal auszubauen. Im Erdgeschoss werde das Foyer «in seiner originalen Form» wiederhergestellt, der Eingangsbereich vergrössert und mit einer Bar ausgestattet. Dazu seien Umbauten im Innen- und Aussenbereich geplant, das Kino werde ausserdem für digitale Technik ausgerüstet. Der Mietvertrag mit der Rex-Eigentümerin Kitag werde voraussichtlich Ende Sommer 2013 unterzeichnet. Doch Thomas Allenbach, der Leiter des Kino Kunstmuseum, sagt weiterhin nur: «Wenn das Projekt spruchreif ist, werden wir auch informieren.»

«Hoher Stellenwert»

Der Beitrag des Kantons ist vergleichsweise hoch. Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur, begründet den Beitrag seines Amts von 100'000 Franken damit, dass «das Kino Kunstmuseum als Programmkino einen hohen Stellenwert für das bernische Filmschaffen hat». Im «sorgfältig kuratierten Programm mit Premieren und Einführungen» erhalte dieses eine Bühne. Dennoch sind Beiträge des Amtes für Kultur für Kinos nicht häufig. Der Kanton Bern unterstützt etwa das Filmpodium Biel mit 15 000 Franken pro Jahr, die Kinemathek Lichtspiel wird für ihre Sammlungstätigkeit unterstützt.

Konkurrenz zur Kinobetreiberin Quinnie

Für die Höhe des Beitrags aus dem Lotteriefonds und damit die weit grössere Tranche ist der Regierungsrat zuständig. In den Beitrag von 410'000 Franken fliesst ein, dass das Projekt von regionaler Bedeutung sei. Ausserdem wird Geld für die Digitalisierung des Kinos gesprochen. Bei der Bewältigung dieses technisch teuren Wandels im Kinowesen hat der Bund Grundlagen für solche Subventionsbeiträge gesetzt, wie Glarner sagt. Das Kino Kunstmuseum will im neuen Rex auch Arthouse-Premieren zeigen.

Damit würde es im Raum Bern mit dem Ausbau in Konkurrenz zur Kinobetreiberin Quinnie treten. Hans Ulrich Glarner sieht aber keine einseitige Bevorzugung des Kino Kunstmuseum im Kinomarkt. Er betont auf Anfrage, dass sich der Beitrag des Amtes für Kultur klar auf den Stellenwert des Kino Kunstmuseum als kulturelles «Forum» mit kuratiertem Programm und Bildungsauftrag beziehe. Diese Funktion könne ein kommerzielles Kino nicht im gleichen Masse übernehmen.

Der Bund

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