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Ganz einfach: Verlegt ihn!

Die Geschichte des Berner Bahnhofs ist von falschen und verpassten Weichenstellungen geprägt.

Der falsche Standort? Man könnte den Bahnhof ja entlang der Laupenstrasse «umklappen».
Der falsche Standort? Man könnte den Bahnhof ja entlang der Laupenstrasse «umklappen».
Valérie Chételat

Bern 2035: Einfahrt in den Hauptbahnhof, den zweitgrössten der Schweiz, 400'000 Pendler pro Tag. Ankunft Gleis 16, 20 Meter unter der Grossen Schanze, Resultat einer Erweiterung durch die SBB in den Jahren 2017–2030, Kosten: 1,5 Milliarden Franken.

Die enge Kurvenlage des Bahnhofs führt immer noch zu weiten Abständen der Perrons zu den Zügen, Obacht beim Aussteigen, besonders Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. Die dunkle Bunker-Atmosphäre hat der Bahnhof nie ganz ablegen können, trotz aller Lichtprojekte, die sich an ihm versucht haben. Sie ist Resultat des 1957 bis 1974 durchgeführten dritten Bahnhofsbaus, dem im Bond-Film «On Her Majesty’s Secret Service» 1969 ein Denkmal gesetzt wurde. Mit autogerechter Erschliessung sowie drei Verkehrsebenen samt dem Riegel der Schanzenpost war er ein bewusst fassadenloser, modernistischer Verkehrsverteiler, angelehnt an die frühen Projekte von Le Corbusier und Antonio Sant’Elia. Das Kapazitätsproblem des Bahnhofs scheint gelöst, allerdings nur für kurze Zeit; die eingeengte Lage zwischen Schanze und Burgerspital lässt sich nicht wegbauen.

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