Früher Gurtenfestival-Vorverkauf sorgt für Unmut bei den Fans

Ein halbes Jahr vor dem Gurtenfestival sind die Viertagespässe bereits ausverkauft. Der frühe Vorverkauf sorgt auf Facebook für Kritik.

Die Viertagespässe für das 30. Gurtenfestival 2013 sind bereits ausverkauft – sehr zum Unmut der Fans.

Die Viertagespässe für das 30. Gurtenfestival 2013 sind bereits ausverkauft – sehr zum Unmut der Fans.

(Bild: Manu Friederich (Archiv))

Gianna Blum

«Waaas?» «Das gibt's doch nicht!» «Geht gar nicht»: Die Reaktionen zu den ausverkauften Viertagespässen auf der offiziellen Facebook-Seite des Gurtenfestivals sind wenig begeistert. Genau ein halbes Jahr vor Festivalbeginn sei das Kontingent an Viertagespässen bereits komplett ausgeschöpft, schrieben die Organisatoren am Freitag. Die Viertagespässe sind damit rekordmässig früh ausverkauft – nach einem rekordmässig früh gestarteten Vorverkauf. Seit dem 6. Dezember 2012 sind die Tickets erhältlich. Zum Vergleich: Für das Gurtenfestival 2012 begann der offizielle Vorverkauf am 1. Februar gleichen Jahres.

Auf Facebook sind deswegen heftige Diskussionen entbrannt. Die einen fluchen über die frühen Ticketkäufer, die sich «ins eigene Fleisch schneiden» würden, da dem Festival so der Anreiz fehle, ein gutes Programm zusammenzustellen. Sie werfen den Gurten-Organisatoren vor, nur den Gewinn im Fokus zu haben. Andere vermuten hinter dem frühen Ausverkauf Hamsterkäufe für den Schwarzmarkt. Einige Angebote zum Weiterverkauf sind tatsächlich bereits auf Facebook aufgetaucht, allerdings werden diese von den Gurtenfestival-Betreibern regelmässig wieder gelöscht.

Stellungnahme über Facebook

Die Gurtenfestival-Organisatoren nahmen am Samstag – ebenfalls über Facebook – Stellung zu den erhobenen Vorwürfen und räumten ein, dass die Bekanntgabe der Bands wie auch der Vorverkaufsstart in den letzten Jahren immer früher begonnen habe. «Dieser Trend ist in ganz Europa festzustellen und wir können nicht warten, bis alle Festivals ihre Bands bekannt gegeben haben», schreiben sie, und bezeichnen dies als Entwicklung, die sie akzeptieren müssten. Auf der Website des Festivals heisst es ausserdem, man habe sich zum früheren Verkaufsstart entschlossen, nachdem die Frühbucher-Aktion «Rock the Hill» innert Stunden ausverkauft war. Zudem komme man damit dem Wunsch vieler Fans nach, die Tickets vor Weihnachten kaufen wollten.

Headliner seit Juli bekannt

Das Gurtenfestival verteidigt sich ausserdem mit dem Argument, dass ein grosser Headliner – die deutschen Punkrocker Die Toten Hosen – bereits im letzten Juli bekannt gegeben worden sei, und somit niemandem die «Katze im Sack» verkauft werde. Der Run auf die Tickets spreche für die Qualität des Festivals. Bezüglich Schwarzmarkt wird empfohlen, die Tickets nur über die Plattform Starticket zu erstehen; abgesehen von den Viertagespässen sind in allen Kategorien noch Pässe erhältlich. Neben den Toten Hosen sind bislang sieben weitere Bands bestätigt, darunter die Smashing Pumpkins, Volbeat und Sophie Hunger. Die 30. Ausgabe des Festivals auf dem Berner Hausberg wird vom 18. bis 21. Juli stattfinden.

Ebenfalls für Kritik sorgte die Änderung, dass dieses Jahr keine Dreitagespässe für Donnerstag bis Samstag angeboten werden. Beim Festival wird dies mit der geringen Nachfrage der letzten Jahre begründet. Zudem bedeute das Angebot von Pässen für zwei oder drei Festivaltage einen «enormen Zusatzaufwand», der mit dem Verzicht auf den Dreitagespass für Donnerstag bis Samstag verringert werden könne.

Gelassene Berner

Nicht alle Kommentatoren auf Facebook teilen die Aufregung über das Gurten-Management. Nur Nörgelei, findet ein Kommentator, es sei schliesslich «ein Privileg, in Bern ein Festival dieser Grössenordnung zu haben». Ein anderer sieht den erfolgreichen Vorverkauf als Motivation für das Management, freut sich über sein frühes Ticket und hofft auf «das beste Festival seit Jahren.» Ein letzter nimmt es ganz gelassen: «Als Berner ist man noch immer auf den Gurten gekommen - Ticket hin oder her.»

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt