«Gschwind» an die Chilbi – das war nicht die Idee

Am Sonntag endete das dreitägige Berner Stadtfest unter Sonne und blauem Himmel. Wer alles sehen wollte, musste sich viel Zeit dafür nehmen. Denn die Standorte lagen weit verteilt.

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Wettertechnisch lief am dreitägigen Berner Stadtfest nicht alles rund: Am Samstag blieb es grau und nass, am späteren Abend fielen stärkere Regenschauer. Dennoch zogen laut Medienmitteilung des Vereins Stadtfest Bern 2016 von Freitag bis Sonntag rund 120'000 Besucherinnen und Besucher durch Bümpliz-Bethlehem. Die Bümplizer Chilbi habe sogar so viele Besucher wie schon lange nicht mehr gezählt.

Nennenswerte Vorfälle blieben aus: «Das Fest ist weitgehend ruhig verlaufen», bestätigt Polizei-Sprecher Nicolas Kessler. Stadtfest-Organisatorin Margrith Beyeler, die alle drei Tage am Fest unterwegs war, ist sehr zufrieden: «Es herrschte überall eine total schöne Stimmung.» Auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät zeigt sich erfreut: «Rundum gelungen», lautet sein Fazit.

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Über 600 Künstlerinnen und Künstler spielten am Wochenende auf sechs verschiedenen Bühnen. Zudem schien am Sonntag den ganzen Tag die Sonne und lockte viele Leute an die Bümplizer Chilbi und auf ihre Bahnen. Auch die reichlich angebotenen Aktivitäten wie Stand-up-Paddeln, Slackline oder Naturentdeckungs-Touren machten unter blauem Himmel Spass. Es herrschte im Gegensatz zum Samstag das perfekte Stadtfest-Wetter.

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Nebst dem Regenwetter empfanden einige auch die Weitläufigkeit des Fests als Nachteil: Joel Widmer (21) wollte nach dem Konzert des Rap-Duos Kaiser und Dimitri beim Westside noch den Mundart-Folk-Musiker Trummer auf dem Europaplatz sehen, bekam aber nur noch die letzten 20 Minuten mit, da er und seine Freunde zu Fuss unterwegs waren: «Es könnte alles etwas näher beinanderliegen.»

Eine andere Besucherin auf der Brünnenstrasse hat soeben mit der Freundin telefoniert: Sie solle doch «gschwind» an die Bümplizer Chilbi kommen. Öffentliche Verkehrsmittel fahren hier weit und breit keine, erst vorne beim Bächmätteli wieder. So «gschwind» wird sie nicht auf dem Chilbiplatz erscheinen.

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Stadtpräsident Tschäppät ist sich der Weitläufigkeit des Stadtsfests bewusst, sieht darin aber einen Vorteil: «Distanz führt dazu, dass man nicht nur kurz ans Fest geht, sondern sich Zeit nimmt, die Festplätze zu besichtigen, und so die Quartiere Bümpliz und Bethlehem kennen lernt.»

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Diesen Wunsch hegte nicht nur Tschäppät, sondern auch der Verein Stadtfest Bern 2016: Die Bernerinnen und Berner sollten die Stadtteile Bümpliz und Bethlehem entdecken. «Das ist gelungen», sagt Organisatorin Beyeler. Wer sich jedoch am Samstag beim Bahnhof Bümpliz Nord aufhielt, dürfte kaum Feststimmung wahrgenommen haben.

Die Bahnhofunterführung, die zur Abendstrasse führte – wo das Hochhausrennen stattfand – stand gänzlich leer. «Erwartet hatten wir etwa 300 Läuferinnen und Läufer», sagt Res Zimmermann vom Vorstand Quartierverein Westkreis 6. Mitgemacht haben schliesslich nur knapp halb so viele: 120 Personen.

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Der Regen am Samstag hat aber nicht nur dem Hochhausrennen, sondern auch den Festständen an der Brünnenstrasse einen Streich gespielt. Wer nicht wusste, dass Stadtfest ist, hätte an der Brünnenstrasse von einem gewöhnlichen Quartierfest ausgehen können.

Das Gedränge und das lange Anstehen, das von einem Hauptstadt-Fest erwartet wird, blieben aus. Das war natürlich nichts Schlechtes in Anbetracht der vielen kulinarischen Angebote aus aller Welt, die man geniessen konnte. Im Brünnengut liessen sich auch die Kinder ihren Spass auf der Kinderbaustelle oder der Kasten-Rollbahn vom Wetter nicht nehmen.

Und die Gratiskonzerte am Abend blieben trotz Regen nicht ohne Publikum. Insbesondere auf dem Europaplatz: Dank der Autobahnbrücke fand das Publikum dort das ganze Konzert über Schutz vor dem Regen.

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Auch an der Chilbi gab es Zelte, die vor Regen schützten. Alexander Tschäppät hingegen gibt zu, die Chilbi erst am Sonntag besucht zu haben, da es ihm am Samstag «zu stark geregnet» habe. Auf alle Bahnen, wie er es eigentlich vorhatte, habe er es aber nicht geschafft. (Der Bund)

Erstellt: 21.08.2016, 14:41 Uhr

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