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Frauenklinik nicht erdbebensicher - Sofortmassnahmen nötig

Die Berner Frauenklinik ist nicht erdbebensicher und muss dringend saniert werden. Die Sanierung beginnt noch diese Woche, der Betrieb wird nicht eingestellt. Wer haftet, ist noch unklar.

Der Standort Bern liegt in einer Zone mit geringer Wahrscheinlichkeit eines Bebens. Trotzdem bestehe für ein Spital aus Sicherheitsgründen «unmittelbarer Handlungsbedarf», erklärte Direktionspräsident Urs Birchler vor den Medien.

Die Auflager der Tragkonstruktion sind, wie seit Ende 2008 bekannt, beschädigt und müssen saniert werden. Der ärztliche Direktor der Klinik, Andreas Tobler, sagte, dass die entsprechenden Arbeiten nicht im Gebäudeinnern ausgeführt werden müssen. Der Spitalbetrieb könne aufrecht erhalten werden.

Dies sei ein Glücksfall: Die in der Frauenklinik behandelten Frauen, Kinder und Neugeborenen benötigten mehrheitlich eine hoch spezialisierte Behandlung. Ausweichmöglichkeiten wären schweizweit «nur sehr beschränkt oder gar nicht vorhanden», wie Tobler ausführte.

Zweites Gutachten alarmierte

Ein erstes Gutachten des für die Bauplanung zuständigen Ingenieurbüros war zum Schluss gekommen, es bestehe keine unmittelbare Gefährdung. Das Inselspital liess aber bei einem andern, nicht beteiligten Büro ein zweites Gutachten erstellen, das schwerwiegende Baumängel in der Tragkonstruktion ortete.

Eine dritte Expertise bestätigte den Befund. Bereits Anfang Jahr waren aufgrund des zweiten Gutachtens für 150 000 Franken Sofortmassnahmen an der Fassade Jennerweg des Baus ausgeführt worden, wodurch das Spital Ende Februar gleich stabil dastand wie bei Betriebsaufnahme.

Das 124 Mio Franken teure Gebäude entspricht damit aber noch nicht den Normen für die Erdbebensicherheit. Diese soll nun bis Ende Mai durch die am Dienstag gestarteten Arbeiten für eine knappe halbe Million Franken realisiert werden. Zur Zeit wird auch der Bedarf für eine Gesamtsanierung abgeklärt.

«Schwacher Trost»

Für den Direktionspräsidenten ist es ein «schwacher Trost», dass laut der Fachzeitschrift «Bau & Architektur» 90 Prozent der Gebäude in der Schweiz nicht erdbebensicher sind. Für die Verantwortlichen sei sofort klar gewesen, dass die Sanierung der Auflager an der Tragkonstruktion rasch erfolgen müsse.

Für die Inselspitalstiftung ist die Frauenklinik nicht das grösste Sorgenkind: Das Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) machte durch Kostenüberschreitungen in zweistelliger Millionenhöhe und Baumängel mit gerichtlichem Nachspiel ebenfalls Schlagzeilen.

Die zweite Bauetappe des INO soll bis 2011 fertiggestellt werden. Zudem steht in nicht allzu ferner Zukunft die Sanierung des Bettenhochhauses an, wo dann zwingend ein erheblicher Raumbedarf ausserhalb bereitgestellt werden muss.

Der Direktionspräsident räumte angesichts der ständigen baulichen Probleme ein, dass das Verhältnis zum Kanton als Bauherr im Moment «schwierig» sei.

SDA/js

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