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Mit 250 Kilometern pro Stunde

Die Organisatoren des geplanten Formel-E-Rennens durch Bern im kommenden Juni können auf verbesserte Technik zählen – und wollen die Lärmemissionen möglichst gering halten.

Das Formel-E-Rennen in Zürich am 10. Juni dieses Jahres lockte rund 100’000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Tribünen und hinter die Abschrankungen.
Das Formel-E-Rennen in Zürich am 10. Juni dieses Jahres lockte rund 100’000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Tribünen und hinter die Abschrankungen.
Urs Jaudas

Ein «Pièce de résistance» schien sie schon bei den Verhandlungen im Vorfeld zu sein, die Streckenführung rund um das Formel-E-Rennen in Bern. Mit ihr steht und fällt der E-Prix, so sah es aus. Bekanntlich fiel die Sache nicht, der E-Prix kommt nächstes Jahr im Juni nach Bern, und am Montagmorgen gab die Stadt zusammen mit den Organisatoren nächste Details zur Strecke bekannt.

Der in dieser Zeitung schon am Samstag abgedruckte Streckenplan erhält mehr Konturen. Start und Ziel werden auf der Laubeggstrasse auf Höhe Haspel- und Schönbergweg sein – schräg gegenüber dem Schulgebäude Laubegg. Die Boxengasse mit den Lagern der Teams wird an der Papiermühlenstrasse oder auf dem Expo-Gelände aufgestellt. Der Plan ist, den ziemlich lärmigen Zusammenbau der Fahrzeuge in den Tagen vor dem Rennen, welcher etwa bei der Austragung in Zürich für Unmut sorgte, möglichst weit weg von den Wohnquartieren zu halten. «Wir klären weiter ab, ob wir dafür sogar eine der Hallen auf dem Expo-Gelände beziehen können», sagte Pascal Derron, CEO von Swiss E-Prix, am Montag an der Medienkonferenz.

Spektakulärstes Formel-E-Rennen

Mit seiner Abfahrt am Aargauerstalden und dem direkt darauffolgenden Aufstieg am Muristalden werde der Circuit zu den spektakulärsten im ganzen Formel-E-Kalender zählen. Am Aargauerstalden würden die Autos die Höchstgeschwindigkeit erreichen – denkbar seien rund 250 Kilometer pro Stunde, wie Derron sagt. Der anschliessende Aufstieg ist vor allem für die Akkuleistung eine Herausforderung. Noch vergangene Saison gab es aus der Szene hämische Kommentare, weil den Autos so nach einer halben Stunde der Strom ausging und jedes Team zwei Fahrzeuge einsetzte. Das sollte nun vorbei sein: Das neue Einheitsmodell des Weltverbands FIA besitzt eine verbesserte Batterie, die mit 54 Kilowatt fast doppelt so viel leistet wie jene aus der ersten Saison 2014/15. Zudem werden die Rennen statt bislang eine knappe Stunde nur noch etwa 40 Minuten dauern. Stehen bleiben sollte am Muristalden also keiner der Boliden.

Die Formel-E-Strecke im Video. Musik: musicfox.com

Mit der Strecke im Schosshaldenquartier scheint zwischen Gemeinderat und Ausrichter ein Kompromiss gefunden. Einen ganzen Tag sei er in Bern durch die Stadt gelaufen, habe Fotos geschossen und Streckenentwürfe erarbeitet, erzählt Pascal Derron. «Bern ist eine vielseitige, malerische Stadt», sagt der Organisator aus Zürich, der sich nach der ersten Evaluation begrifflich noch nicht ganz sattelfest zeigt und von «Laubbergschulhaus» und «Schlosshaldenquartier» spricht.

Kein Rennen vor dem Bundeshaus

Zwölf Möglichkeiten wurden zwischen Swiss E-Prix und der Stadt diskutiert, die Übereinkunftslösung in der Schosshalde scheint nun beiden Seiten in die Karten zu spielen. Die Stadt wollte eine massive Behinderung des öffentlichen Verkehrs unbedingt verhindern und konnte die Veranstalter von einer ursprünglichen Streckenidee via Bundeshaus und Innenstadt abbringen. Die Veranstalter wiederum erhalten ihre Postkartensujets – «da ist immer noch viel Unesco drauf», sagte Gemeinderat Reto Nause an der gestrigen Medienorientierung sichtlich stolz.

Ebenso hat die Stadt am Montag über den groben Fahrplan bis zum Rennwochenende im Juni orientiert. Bereits im März soll mit ersten Modellierungen im Strassenbau begonnen werden – jedoch ohne Folgen für Verkehr und Anwohner. Die temporäre Infrastruktur wird dann Mitte Juni, rund eine Woche vor dem Rennen installiert, während die Strassen für den öffentlichen Verkehr ausschliesslich am Wettkampftag selbst gesperrt werden sollen. Der Rückbau aller Elemente im Strassenbau könnte sich bis Ende Juli hinziehen.

Was halten Sie von Elektroboliden in der Altstadt? Was muss erfüllt sein, damit Sie ein Formel-E-Rennen in Bern gutheissen? Und: Wie haben Sie es mit der Elektromobilität? Diskutieren Sie mit im «Stadtgespräch».

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