Flüchtlingsunterkunft in der Alten Feuerwehr Viktoria schliesst

Weil die Asylzahlen voraussichtlich weiter sinken, ziehen die Flüchtlinge Ende September aus der Alten Feuerwehr Viktoria in Bern aus.

Die Flüchtlinge ziehen bald aus der alten Feuerwehrkaserne aus.

Die Flüchtlinge ziehen bald aus der alten Feuerwehrkaserne aus.

(Bild: Franziska Rothenbühler (Archiv))

Carlo Senn@derbund

Kurz vor dem Viktoria-Fest heute Samstag kommt in der Alten Feuerwehr Viktoria in Bern einiges ins Rollen. Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass die Stadt Investoren für das Areal gefunden hat, ziehen nun bald auch die Flüchtlinge aus dem oberen Bereich der ehemaligen Kaserne aus. Das teilte die Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern mit. Ende September werde die Kollektivunterkunft geschlossen. Der Vertrag, abgeschlossen zwischen Kanton, Heilsarmee und der Stadt Bern, wäre im Januar 2019 sowieso ausgelaufen und hätte neu verhandelt werden müssen.

Kanton bedankt sich

Der Kanton schliesst die Unterkunft damit einige Monate früher als geplant. Die Asylgesuchszahlen hätten sich auf tiefem Niveau eingependelt, heisst es. Momentan seien die kantonalen Asylunterkünfte zu 80 Prozent ausgelastet. Zudem rechne man im laufenden Jahr mit eher sinkenden Auslastungen. In der Mitteilung dankt der Kanton der Stadt und der Bevölkerung für ihre «engagierte Mitarbeit» und positive Haltung. Durch die breite Unterstützung «konnte die Kollektivunterkunft störungsfrei betrieben werden». Ob noch weitere Asylunterkünfte in absehbarer Zukunft schliessen, ist unklar, wie der kantonale Migrationsdienst auf Anfrage sagt.

Dass die Räumlichkeiten der alten Feuerwehrkaserne frei würden, habe man erst Mitte Woche erfahren, sagt Marc Lergier, Bereichsleiter Immobilienmanagement Fonds der Stadt Bern. Man sei somit auf die neue Situation nicht ganz vorbereitet gewesen. «Zurzeit kann man aber sagen, dass eine Zwischennutzung wieder möglich ist.» Es gebe auch ein paar Ideen für andere Nutzungen, diese werde man aber zu gegebener Zeit kommunizieren. Nun müssten aber zunächst die Details mit den möglichen Vertragspartnern abgeklärt werden.

Eritreer bleiben grösste Gruppe

Am Donnerstag teilte der Berner Gemeinderat mit, dass die Basler Stiftung Edith Maryon/equimo AB sich als Investorin am Bau von gemeinnützigem Wohnraum auf dem Areal der alten Feuerwehrkaserne Viktoria beteiligt. Ein Baurechtsvertrag soll bis Ende 2018 abgeschlossen werden.

Der Kanton stützt sich unter anderem auf die Zahlen des Staatssekretariats für Migration SEM. Obwohl die Zahl der Asylgesuche im Mai um 1 Prozent zugenommen hat, ist künftig mit einer tieferen Zahl von Gesuchen zu rechnen.

Denn im Vergleich zum Mai des Vorjahrs hat sich die Zahl der Gesuche um rund 13 Prozent verringert. Die kleinere Zahl entlastet somit auch den Kanton Bern. Insgesamt erledigte das SEM im Mai 2341 Gesuche in erster Instanz. 614 Personen erhielten Asyl und 709 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die Herkunftsländer mit den meisten Anfragen bleiben Eritrea (274 Gesuche), Syrien (114 Gesuche) und Afghanistan (91 Gesuche).

DerBund.ch/Newsnet

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