Feiertagsgesetz verhindert YB-Sause am Pfingstsonntag

Weil Pfingstsonntag als hoher Feiertag gilt, kann die YB-Meisterfeier nicht am Wunschdatum des Clubs stattfinden.

Wann die Young Boys ihren Titel in der Stadt feiern können, ist noch ungewiss.

Wann die Young Boys ihren Titel in der Stadt feiern können, ist noch ungewiss. Bild: Keystone

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Nach der Feier ist vor der Feier. Kaum ist die rauschende Meisternacht verklungen, stehen beim neuen Champion bereits die nächsten organisatorischen Herausforderungen an: Während die Spieler am Sonntag für einen zweitägigen Kurztrip nach Barcelona abgeflogen sind, um in der katalanischen Fussballmetropole ungestört den Titel zu feiern, liefen zwischen YB und den zuständigen Behörden von Stadt, Kanton und Bund bereits die Drähte heiss zur Planung der weiteren Festivitäten. Sie gestaltet sich kompliziert.

Seit längerem ist klar, wann und wo die Pokalübergabe über die Bühne geht: Traditionsgemäss findet diese anlässlich des letzten Heimspiels des Meisters statt, im konkreten Fall also nach YB - Lugano, das laut Spielplan am Sonntag, dem 13. Mai, um 16 Uhr angepfiffen wird. Einige Minuten nach dem Schlusspfiff wird YB-Captain Steve von Bergen den 13 Kilogramm schweren vergoldeten Pokal aus 92,5 Prozent Silber aus den Händen von Liga-Präsident Heinrich Schifferle entgegennehmen und in die Höhe stemmen - vor 31 120 Fans, denn das letzte Heimspiel ist seit gestern Vormittag ausverkauft. Noch nicht im Detail geplant sind die folgenden Festivitäten im Stadion, wie YB-Sprecher Albert Staudenmann gestern sagte.

Äussert schwierig scheint die Terminsuche für die geplante Meisterfeier in der Innenstadt mit Corso zum Stade de Suisse. Ein Blick in den YB-Spielkalender lässt den Schluss zu, dass nicht mehr allzu viele Optionen offen sind: Klar ist laut YB-Sprecher Staudenmann, dass die Meisterfeier nicht am Tag der Pokalübergabe stattfinden wird, auch weil Sonntagabend für viele Besucher, etwa für Familien, äusserst ungünstig wäre. Wegen des letzten Auswärtsspiels gegen GC am 19. Mai fällt Pfingstsamstag als Option weg, weshalb als wahrscheinlichste Termine Pfingstsonntag und Pfingstmontag übrig bleiben - am folgenden letzten Maiwochenende spielt YB im Cupfinal gegen den FCZ nämlich bereits um die nächste Trophäe.

Käser: Keine Ausnahme möglich

YB bestätigte gestern zunächst, dass die Optionen Pfingstsonntag und Pfingstmontag im Vordergrund stünden. Die Präferenz des Clubs liege wegen der längeren Cupfinal-Vorbereitung aber «klar beim Sonntag», sagte Staudenmann. Eine YB-Sause an Pfingstsonntag dürfte aber das kantonale Feiertagsgesetz verhindern: Es verbietet an hohen Feiertagen Anlässe, welche «die Ruhe erheblich beeinträchtigen». Dazu gehören namentlich Sportveranstaltungen und alle grossen nicht-religiösen Veranstaltungen, «sofern es sich nicht um traditionsreiche Anlässe handelt».

Hans-Jürg Käser, Vorsteher der kantonalen Polizei- und Militärdirektion, sagte am Montag zum «Bund», dass seine Direktion die Anfrage der von YB beauftragten Eventagentur Furrerhugi für eine Meisterfeier am Pfingstsonntag schon letzte Woche abschlägig beantwortet habe. Dieser Entscheid sei endgültig, sagte Käser. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass sich das Feiertagsgesetz aufgrund mehrerer Vorstösse im Kantonsparlament in einer Revision befindet, die eine massvolle Liberalisierung vorsieht: So soll das heutige generelle und absolute Verbot von Veranstaltungen an hohen Feiertagen gestrichen werden, und die Gemeinden sollen beim Entscheid zur Bewilligung eine grosse Autonomie erhalten.

«Wir können aber nicht ein Gesetz anwenden, das noch gar nicht exisitiert», sagte Käser. Eine Ausnahmebewilligung sei aufgrund der heute geltenden Regelung «nach juristischer Prüfung nicht möglich». Eine Meisterfeier am Pfingstmontag sei indessen «kein Problem». Vom Entscheid des Polizeidirektors überrascht zeigte sich gestern YB-Sprecher Staudenmann. «Wir haben bis heute noch auf eine Ausnahmebewilligung gehofft, weil der Sonntag für uns ideal gewesen wäre.» Gehe es am Pfingstsonntag «wirklich nicht, müssen wir über die Bücher». Staudenmann liess aber durchblicken, dass für YB die Option Pfingstmontag nun im Vordergrund steht.

Bezüglich Ablauf der Meisterfeier konkretisiert sich laut Staudenmann die Idee einer Feier in der Innenstadt mit anschliessendem Corso der Spieler und einem Abschluss im Stade de Suisse. Weiterhin offen ist, ob sich die Spieler auf dem Balkon des Parlamentsgebäudes präsentieren werden. Bis gestern war bei den Parlamentsdiensten kein entsprechendes Gesuch eingegangen.

Der Entscheid zum Ablauf der Feier ist laut Staudenmann abhängig von der Terminfrage: Neben dem Pfingstwochenende sei für YB «auch ein normaler Wochentag nicht vom Tisch». Dies wäre wegen des Aufmarschs Zehntausender Besucher aus Sicherheitsgründen aber alles andere als ideal. (Der Bund)

Erstellt: 01.05.2018, 07:54 Uhr

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