FDP setzt linksliberale Akzente für die Wahlen im Herbst

Die freisinnige Liste für die städtischen Wahlen ist komplett: Neben Alexandre Schmidt kandidieren FDP-Frauen-Politikerin Claudine Esseiva und Nachtleben-Aktivist Tom Berger.

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Alexandre Schmidt, Claudine Esseiva, Tom Berger und Barbara Freiburghaus: Damit ist klar, mit wem die städtische FDP im Herbst für die Stadtexekutive kandidieren will. Während Schmidt als bisheriger Finanzdirektor bereits seit langem gesetzt war und auch als Stadtpräsident antritt, wurde über die anderen Namen spekuliert. An der heutigen Versammlung hat die FDP nun auch die linksliberale Esseiva aufgestellt, die im Herbst erfolglos als Ständerätin kandidiert hatte und derzeit als streitbare Generalsekretärin der FDP Frauen Schweiz arbeitet. Ebenfalls auf der Liste steht Tom Berger, Präsident des bernischen Jungfreisinns und Aktivist für das Berner Nachtleben.

Aber mit den Christen auf Schmusekurs

Weiter dabei ist Barbara Freiburghaus. Diese ist im Gegensatz zu Esseiva und Berger bereits Mitglied des Berner Stadtparlaments. Der fünfte Mann auf der Liste für die fünfköpfige Stadtregierung ist wie bereits bekannt Beat Gubser von der konservativen und christlichen Kleinpartei EDU, mit der die FDP heuer aus Mangel an Alternativen eine Listenverbindung eingeht. Grund dafür: Die bürgerlichen Parteien konnten sich nicht auf eine gemeinsame Liste einigen.

Viel Kritik für die SVP

Es war denn auch diese «nicht ganz einfache» Ausgangslage in der «linksten Stadt westlich des Urals», die Parteipräsident Philippe Müller an der Versammlung kritisierte. Dabei nahm er allerdings insbesondere die SVP ins Visier und machte sich über deren Liste lustig, die vorübergehend mit einem Bordellbetreiber bestückt war. Hintergrund der Sticheleien: Heuer spannen die Bürgerlichen nicht zusammen, weil die SVP eine eigene Liste für die Wahlen anstrebt. Wie schon vor vier Jahren kandidiert CVP-Gemeinderat Reto Nause auf einer separaten Liste gemeinsam mit der BDP, der EVP und der GLP.

Aufgrund des Proporzwahlsystems braucht eine Liste für einen Sitz in der Stadtregierung rund 17 Prozent. Die FDP hatte bisher rund 10 Prozent, was nicht reicht. FDP und SVP hatten bei den letzten Wahlen zusammen 23 Prozent, was den Sitz für Schmidt damals sicherte. «Der Alleingang der SVP stellt die bürgerliche Vertretung in der Stadtregierung infrage», sagte Müller. Der SVP sei dies, so habe er es von den Parteiexponenten selbst vernommen, «egal». Ohnehin, so Müller, sei die Liste der SVP einzig eine Liste für Erich Hess. Doch: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bevölkerung der Stadt Bern lieber einen Finanzdirektor Erich Hess will als einen Finanzdirektor Alexandre Schmidt.» Nebst den Gemeinderatswahlen bestimmte die FDP auch ihre 40 Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.06.2016, 20:09 Uhr

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