FCZ macht Krawalltouristen für Ausschreitungen verantwortlich

Für die Sachbeschädigungen am Rand des Cupfinals sind laut FC Zürich nicht Fussballfans, sondern «Krawalltouristen» verantwortlich.

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Rund 50 Personen, die nicht zum FCZ-Fanlager gehörten, seien am Ostermontag im Extrazug mit nach Bern gefahren. Dann hätten sie sich vermummt und seien zusammen mit den vielen friedlichen Fans durch die Innenstadt gezogen.

Die Sachbeschädigungen und Plünderungen gingen aufs Konto dieser Krawalltouristen, betonte FCZ-Sicherheitsverantwortliche Martin Guglielmetti am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. «Der FC Zürich und seine Fans wurden missbraucht von Leuten, die irgendwelche Bedürfnisse auslebten.» Die fraglichen Leute seien auch den «Capos», also den Anführern der eigenen Fans, nicht bekannt gewesen.

Die Klub- und Fanvertreter hätten verschiedentlich versucht, mässigend auf die Krawallmacher einzuwirken. Als Beleg nannte Guglielmetti eine Szene in der Altstadt, die vom einem sda-Augenzeugen bestätigt wird: Als ein Souvenirladen geplündert wurde, stellten sich FCZ-Fans schützend vor das Geschäft.

Die Krawallmacher hätten offensichtlich nicht einmal Eintrittstickets gehabt, stellte Guglielmetti weiter fest. Anders sei es nicht zu erklären, dass die Leute das Stade de Suisse zu stürmen versuchten.

Der FC Zürich bedaure die Vorfälle sehr, sagte Guglielmetti und äusserte Verständnis für den Ärger in Bern. Wie man «Krawalltourismus» künftig verhindern könnte, wisse er nicht.

Verband schweigt

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) als Veranstalter des Cupfinals will sich vorerst nicht zu den Vorfällen äussern. «Im Gegensatz zu anderen Beteiligten» wolle der SFV «erst dann kommunizieren, wenn er seriös Bilanz ziehen kann», heisst es in einem Communiqué vom Montag.

Dass es zu Sachbeschädigungen in der Berner Innenstadt gekommen sei, bedaure der SFV zutiefst. Der Verband «distanziert sich, zusammen mit der überwältigenden Mehrheit friedlicher Matchbesucher, in aller Form von den Tätern.»

gbl/sda

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