Fast alle für die Grosse Halle

Breites Komitee setzt sich für die Sanierung der Grossen Halle der Reitschule in Bern ein – und stellt sich gegen Erich Hess.

Blick in die Grosse Halle. (Archiv)

Blick in die Grosse Halle. (Archiv) Bild: Manu Friederich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In der Stadt Bern wirbt ein breit abgestütztes Abstimmungskomitee für die Sanierung der Reithalle. Über den Baukredit von 3 Millionen Franken entscheiden die Stimmberechtigten am 10. Juni.

SVP-Nationalrat Erich Hess hat das Referendum gegen die Vorlage ergriffen. Seine Partei war im Stadtrat allein auf weiter Flur - alle anderen Fraktionen stimmten dem Kredit zu. Im überparteilichen Komitee fehlen nebst der SVP nur die EVP, welche die Parole noch nicht gefasst hat, und die CVP, die nur knapp Ja sagte.

Die Grosse Halle gehört zum Reitschul-Komplex, sie hat aber eine eigene Trägerschaft. Das Betreiberteam leiste seit Jahren gute Arbeit, betonte Stadträtin Brigitte Hilty Haller (GFL) am Mittwoch vor den Medien.

Die Reithalle sei ein wichtiger Teil der städtischen Kultur. «Ich erinnere mich an die legendären Flohmis, an Opern-Aufführungen von Konzert Theater Bern, eine grossartige Ausstellung von Luginbühl, Tanz, Performance und vieles mehr.» Mit der Sanierung übernehme die Stadt ihre Verantwortung, ihr kulturelles Erbe zu bewahren.

«Nur» ein Baukredit

Auch Tom Berger, Stadtrat der Jungfreisinnigen, betone, man stimme über einen Baukredit ab und nicht über die Nutzungsform des Gebäudes. Die Stadt Bern müsse sich als Eigentümerin um den Erhalt der Liegenschaft kümmern. Vor allem für Grossanlässe seien die geplanten Massnahmen unabdingbar.

PdA-Stadträtin Zora Schneider würdigte die Reithalle als Ort der Identitätsbildung, «ein Symbol für ein freieres Leben». JUSO-Stadtrat Mohamed Abdirahim erinnerte daran, dass 2007 ein Neonazi einen Brandsatz in der grossen Halle legte. Dank einem aufmerksamen Besucher passierte nichts. Das Beispiel zeige aber, wie wichtig ein guter Brandschutz sei.

Der Einbau einer Rauch- und Wärmeabzugsanlage ist eine der geplanten Sanierungsmassnahmen. Ebenfalls unumgänglich sei die Sanierung der Kanalisationsanlagen, betonten Komitee-Vertreter.

Um das Raumklima zu verbessern, sollen die Wände wie früher mit Holz verkleidet und der Boden zusätzlich isoliert werden. Weiter geplant ist etwa der Einbau einer hindernisfrei zugänglichen WC-Anlage.

Sechste Abstimmung

Die Stadtberner stimmen schon zum sechsten Mal über die Reitschule ab. Bei den letzten fünf Abstimmungen stellten sich die Stimmenden jeweils klar hinter das alternative Kulturzentrum. Eine kantonale Initiative der Jungen SVP («Keine Steuergelder für die Berner Reithalle») wurde vom Kantonsparlament 2017 für ungültig erklärt. (zec/sda)

Erstellt: 16.05.2018, 12:55 Uhr

Artikel zum Thema

«We love Techno» fliegt aus der Grossen Halle

Die Trägerschaft der Grossen Halle konnte mit den «Wohlstandsverwahrlosten» eine Einigung erzielen. Im neuen Konzept haben Technopartys keinen Platz mehr. Mehr...

Die Lohnfrage spaltet die Reitschule

Die Besetzer der Grossen Halle sind gegen Lohnarbeit und fixe Preise. Dafür ernten sie Kritik aus dem eigenen Lager. Mehr...

Grosse Halle besetzt von «Wohlstandsverwahrlosten»

Für Aktivisten ist der Raum um die Reitschule zu kommerziell. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Abo

Das digitale Monatsabo für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital ohne Einschränkungen. Für nur CHF 32.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Umgekippt: Der 128 Meter hohe Radio- und Telefonmast «La Barillette» der Swisscom liegt in Cheserex am Boden, nachdem 8 Kilogramm Sprengstoff zwei seiner Standfüsse zerstört haben. (24.Mai 2018)
(Bild: Valentin Flauraud/Laurent Gillieron/Laurent Darbe) Mehr...