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Falscher Mann am falschen Ort?

Oder doch besser richtiger Mann am richtigen Ort? Diese Frage bringt auch das Ask-Force-Team ins Grübeln.

Herr J. D. aus Thun hat eine «Leseflusshemmung» erlitten und wendet sich deswegen an die Ask-Force. In einem Zeitungsbericht las er die Formulierung «(...) war der falsche Mann am falschen Ort». Es ging um einen vom Papst geschassten Kurienkardinal, doch das ist nicht der Punkt, der unserem Leser Bauchweh bereitete. Vielmehr geriet er ob der sprachlichen Wendung ins Grübeln. Aber nicht sofort, denn: «Liest man locker darüber hinweg, geht der Sinninhalt so in Ordnung», schreibt Herr D. Dann folgen viele, viele Sätze, bei denen die Ask-Force fast ein wenig eine Leseflusshemmung erlitt, bevor der werte Fragesteller schliesslich auf den Punkt kommt: «Grundsätzlich wirkt meines Erachtens nämlich eine doppelte Negation affirmativ.» War also, spricht Herr D., besagter Kardinal der richtige Mann am richtigen Ort? Der richtige Mann am falschen Ort? Oder der falsche Mann am richtigen Ort?

An dieser Stelle meldete sich intern die Genderbeauftragte der Ask-Force zu Wort. Auch eine Frau könne die Falsche am falschen Ort sein. Die Ask-Force meint: Das stimmt natürlich, gerade in der katholischen Kirche. Ebenfalls geben wir unserem Leser recht: Streng genommen ist «die falsche Person am falschen Ort» des Guten zu viel. Doch möchte die Formulierung wohl ausdrücken, dass an einer bestimmten Konstellation einfach alles katzfalsch ist. Einfach hinten und vorne nicht zusammenpasst. An dieser Stelle meldete sich intern die Speziesismusbeauftragte der Ask-Force zu Wort. Man möge die Katze bitte aus dem Spiel lassen, wenn es um menschliche Fehlbesetzungen gehe. Das sei das falsche Tier am falschen Ort. Der Ask-Force bleibt demnach nichts anders übrig, als konkret zu werden.

Das schlagendste Beispiel für einen falschen Mann am falschen Ort ist natürlich Donald Trump, wobei bei ihm auch noch falsches Haar dazu kommt. Eine Steigerung scheint kaum mehr möglich, und doch wurden gemäss dem ausgewiesenen Experten G. Oogle auch schon folgende Leute als «falsch am falschen Ort» bezeichnet: Alexander Freiherr von Humboldt, Martin Schulz, Guy Boucher, Annette Schavan, Simone Peter, während ein Basler Gewerbeverbandsdirektor offenbar «der richtige Mann am falschen Ort» war. Eines ist klar: Bei der Ask-Force ist Leser J. D. aus dem schönen Thun der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen, nämlich alles hinterfragenden, Einstellung. Weitermachen!

Fragen Sie die Ask-Force! Wir entstauen auch Ihren Gedankenfluss: askforce@derbund.ch

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