Fall Oberbottigen: Staatsanwaltschaft eröffnet Untersuchung

Die Kantonspolizei Bern hat mögliches Beweismaterial in der Causa Oberbottigen sichergestellt. Auf eine erste Meldung reagierte die Polizei aber nur halbherzig.

Laut einer Stellungnahme der Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer handelt es sich bei den Beweismittel um Vermummungsmaterial und Schlagstöcke.

Laut einer Stellungnahme der Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer handelt es sich bei den Beweismittel um Vermummungsmaterial und Schlagstöcke.

(Bild: Thomas Reufer)

Nun interessiert sich auch die Justiz für den Angriff auf das besetzte Haus in Oberbottigen. Wie die Kantonspolizei Bern auf Anfrage mitteilte, hat die Regionalstaatsanwaltschaft gestern eine Untersuchung wegen Nötigung ­gegen unbekannt eröffnet. Bisher sei zwar keine Anzeige eingegangen, sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi. «Nötigung ist aber ein Offizialdelikt.» Die Unter­suchung erfolge daher «von Amtes wegen».

Weiter bestätigt Gnägi, dass die Kantonspolizei bereits erste Beweisstücke sichergestellt hat. «Es ist aber noch unklar, ob die sichergestellten Gegenstände in einem Zusammenhang zum Vorfall in Oberbottigen stehen», sagt Gnägi. Welcher Art die Gegenstände sind und ob sie auf DNA und Fingerabdrücke hin untersucht werden, sagt der Polizeisprecher mit Verweis auf die laufende Untersuchung nicht.

Laut einer Stellungnahme der Hausbesetzerinnen und Hausbesetzer auf der linken Internetplattform «Indymedia» handelt es sich bei den Beweismittel aber um Vermummungsmaterial und Schlagstöcke. Wie die Besetzer schreiben, brauchte es mehrere Anrufe bei der Polizei, bis diese die möglichen Beweismittel sicherstellte.

«Masken und Schlagstöcke»

Bereits am Sonntagnachmittag «sei eine spazierende Person auf Masken und Schlagstöcke gestossen, die am Waldrand lagen». Die Person habe daraufhin die Polizei über den Fund informiert. «Diese zeigte wenig Interesse und erklärte, dass der Fall für sie bereits abgeschlossen sei», heisst es in der Stellungnahme. Am Dienstag hätten die Gegenstände nach wie vor am Waldrand gelegen. Erst nachdem noch eine weitere Person den Fund der Polizei gemeldet habe, seien die Gegenstände schliesslich von dieser sicher­gestellt worden.

Polizeisprecher Christoph Gnägi widerspricht dieser Darstellung nur teilweise. «Am Sonntag, 20 Uhr ging auf der Zentrale eine Meldung bezüglich des Funds von möglichen Beweismitteln ein», sagt er. Die Polizei habe aber «in einer ersten Phase keine direkte Inter­vention durchgeführt». Man habe aber den zuständigen Mitarbeiter informiert und sei später ausgerückt: «Wir haben noch am selben Abend eine Nachsuche eingeleitet.» Diese sei aber ergebnislos verlaufen. «Am beschriebenen Standort haben wir keine Gegenstände gefunden.»

Am Dienstagmittag sei dann eine erneute Meldung ein­gegangen. Daraufhin sei umgehend eine Patrouille ausgerückt. Die Person, welche die Meldung erstattet habe, habe die Patrouille schliesslich zu den Gegenständen geführt. «Wir haben diese anschliessend sichergestellt.»

Der Bund

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