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Ex-SD-Grossrat Schori wird des Verrats bezichtigt

Weil er zur SVP übertrat, soll Grossrat Peter Schori den Schweizer Demokraten 5000 Franken zurückzahlen. Der lacht darüber bloss.

Der 71-jährige Grossrat aus Spiegel, der an der Gurtenflanke Landwirtschaft betreibt, wird in der Pressemitteilung der Schweizer Demokraten (SD) nicht mit Samthandschuhen angefasst: Gemäss Protokollbeschluss und der von ihm unterzeichneten Wahlzusage mit Loyalitätserklärung aus dem Jahr 2006 stehe fest, dass Schori «wider Treu und Glauben gehandelt hat», heisst es darin. Schoris Wiederwahl 2006 sei mit einem namhaften Geldbetrag der SD Berner Oberland «gesponsert und ermöglicht» worden. Weil er während der Legislatur in die SVP übergetreten sei, «muss der Wortbrüchige nun geradestehen. Für diesen Parteiverrat wird er mit 5000 Franken gebüsst.»

Schori sitzt seit 2002 im Grossen Rat. 2006 schaffte er die Wiederwahl. Als SD-Grossrat war er Mitglied der SVP-Fraktion. Im Oktober 2009 trat er in die SVP über. Ein halbes Jahr später, bei den Kantonswahlen 2010, wurde er abgewählt. Letzten Juni rückte er aber wieder in den Rat nach. Dieses «erneute Einsitzen» war für die SD der Moment, die Forderung zu stellen. Nach der Abwahl habe man die Sache auf sich beruhen lassen wollen, sagt Walter Brunner, Präsident der SD Berner Oberland, auf Anfrage. Schori sei dadurch genug gestraft gewesen. Nun aber gehe es darum, «ein Zeichen zu setzen». Der SD-Amtsverband Oberland habe 2006 mit einem fünfstelligen Betrag – verglichen mit den anderen Verbänden – sehr viel in den kantonalen SD-Wahlkampf gesteckt. Durch seinen Wechsel habe Schori «die Kollegen verraten». Es sei richtig, nun den Anteil zurückzufordern, der ihm zugutegekommen sei. Es gehe um die Glaubwürdigkeit der Partei. «Wenn so etwas keine Folgen hat, macht am Ende jeder, was er will», sagt Brunner.

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