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Esseiva-Wahl zeigt Gräben in Stadtberner FDP

In der Partei macht sich Unzufriedenheit über den linken Flügel der Stadtratsfraktion breit.

Christian Zellweger
Eine Gruppe der FDP-Fraktion im Stadtrat um Claudine Esseiva, die eher links der FDP politisieren, sollen mit ihren Positionen für «böses Blut» in der Stadtratsfraktion gesorgt haben.
Eine Gruppe der FDP-Fraktion im Stadtrat um Claudine Esseiva, die eher links der FDP politisieren, sollen mit ihren Positionen für «böses Blut» in der Stadtratsfraktion gesorgt haben.
Alessandro della Valle, Keystone

Die Ereignisse an der Parteiversammlung vom Montagabend beschäftigen die Berner FDP immer noch. Nur knapp wurde Stadträtin Claudine Esseiva für die kantonale Nationalratsliste vorgeschlagen. Dies nach einer geheimen Einzelwahl – obwohl eine offene Wahl vorgesehen war. Einer der Anträge kam dabei von der Chefin der FDP-Frauen Bern, Vera Schlittler-Graf. Das Bedürfnis für eine geheime Wahl mit Einzelbestätigung sei «definitiv nicht von den Frauen gekommen», sagt Schlittler. Sie habe aber mit ihrem Antrag mithelfen wollen, dass die Wahl in Ruhe stattfinden konnte, so Schlittler. Es sei ihr wichtig gewesen, dass möglichst viele Mitglieder teilnehmen konnten, ohne sich exponieren zu müssen. Weiter will sich Schlittler nicht äussern.

Dominante Gruppe

In der Partei ist aber auch zu hören, dass sich die Stadtberner FDP nicht nur an Esseivas Persönlichkeit stört, sondern auch an einer Gruppe der FDP-Fraktion im Stadtrat um Esseiva – bestehend etwa aus ihrer Schwester Vivianne Esseiva, Tom Berger und Dolores Dana. Diese politisieren in vielen Themen eher links der FDP-Position. Es gehe aber nicht nur um politische Differenzen. Die Gruppe «dominiere» die Stadtratsfraktion und lasse abweichende Meinungen nicht gelten, heisst es. Zuletzt «böses Blut» habe es etwa bei der Nichtwahl von Erich Hess (SVP) zum zweiten Vizepräsidenten des Stadtrates gegeben.

Zu solchen Spekulationen wolle er keine Stellung nehmen, sagt Bernhard Eicher, Chef der FDP-Fraktion im Stadtrat. Wichtig für die Partei sei es jetzt, die Situation zu beruhigen und Differenzen intern zu diskutieren. Auch Parteipräsident Christoph Zimmerli mochte sich nicht äussern, der ebenfalls angesprochene Berger war gestern nicht erreichbar.

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