«Es trifft die Richtigen und die Falschen»

Die Reitschule müsse niemanden verpfeifen, aber Gewalttaten verhindern, sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

«Es trifft immer die Falschen»: Dossierverantwortlicher Alexander Tschäppät.

«Es trifft immer die Falschen»: Dossierverantwortlicher Alexander Tschäppät.

(Bild: Keystone Lukas Lehmann)

Christian Zellweger@@chzellweger

Herr Tschäppät, der Gemeinderat hat beschlossen, die Zahlungen an die Miete und die Nebenkosten zu sistieren und die Stadtratsdebatte über den neuen Leistungsvertrag mit der Ikur verschieben. Was will der Gemeinderat mit den Massnahmen bewirken? Wir wollen den Leistungsvertrag so rasch wie möglich neu aushandeln. Dabei muss man über die Sicherheit sprechen: Wie kann es zu solchen Gewalttaten wie am vergangenen Samstag kommen? Wo sind Fehler passiert? Was muss man anpassen? Ob diese Anpassungen im Leistungsvertrag selbst oder im Sicherheitskonzept passieren sollen, ist offen.

Der Gemeinderat will den Leistungsvertrag dem Stadtrat erst wieder vorlegen, wenn die Reitschule eine «aktive Mitwirkung» zeigt. Was heisst das? Die Reitschule muss sich überlegen, wie man solche Vorfälle in Zukunft verhindern kann. Wie könnte etwa ein Frühwarnsystem aussehen? Die Ikur muss jetzt in den Gesprächen Vorschläge zum Thema Sicherheit bringen. Dazu gehört auch, dass sie eine klare Sprache spricht und sich etwa in Medienmitteilungen endlich deutlich von der Gewalt distanziert. Sonst erweckt sie den Eindruck, dass sie damit die Täter schützt.

Heisst das auch, die Reitschule sollte Gewalttäter ausliefern, sofern sie sie kennt? Ich fordere nicht, dass die Reitschule diese Leute verpfeifen soll. Aber sie muss sie daran hindern, weitere Gewalttaten zu begehen. Hier gefährden fünfzig Leute eine Institution, die von Tausenden genutzt und geschätzt wird.

Diese Massnahmen betreffen nicht nur diese fünfzig Leute, sondern auch die Kulturschaffenden. Trifft man damit nicht die Falschen? Es trifft alle, die Richtigen und die Falschen. Man kann machen, was man will. Entweder heisst es: Der Gemeinderat unternimmt nichts oder: Es trifft die Falschen.

Können diese Sanktionen dazu beitragen, die Gewalttäter zu fassen? Das kann ich nicht abschätzen. Ich hoffe es. Die effizienteste Prävention wäre es, diese Leute zu fassen und vor Gericht zu stellen.

Ist das realistisch? Das müssen Sie die Polizei fragen.

Welche Reaktionen haben Sie in den letzten Tagen persönlich aus der Bevölkerung erhalten? Da war die ganze Palette dabei: Von «Macht die Hütte endlich zu» bis zu «die Reitschule ist eine wichtige soziale und kulturelle Institution».

DerBund.ch/Newsnet

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