«Es ist, als ob man in einen Jumbo-Jet einsteigt»

Der Bernmobil-Fahrer Jorge Santos fährt diesen Montag zum ersten Mal den neuen Doppelgelenkbus. Vor allem bei Velofahrern müsse man aufpassen.

Die neuen Doppelgelenkbusse von Bernmobil sind seit heute Montag im Einsatz.

Die neuen Doppelgelenkbusse von Bernmobil sind seit heute Montag im Einsatz.

(Bild: Nicole Philipp (Archiv))

Busfahrer Jorge Santos sitzt seit acht Jahren für Bernmobil hinter dem Steuer. Heute ist sein erster Tag in einem der neuen Doppelgelenkbusse von Bernmobil. Die sieben neuen Fahrzeuge fahren ab heute Montag während der Hauptverkehrszeiten zwischen dem Bahnhof Bern und Wankdorf Bahnhof.

Wie jeder Bernmobil-Fahrer musste Santos zuerst eine Schulung absolvieren, wo die Busfahrer ein erstes Gefühl für die Busse vermittelt bekamen. «Das ist wie bei einem neuen Spielzeug, es wartet eine Herausforderung auf dich», sagt Santos. Das Fahrzeug ist mit seinen 25 Metern rund sechs Meter länger als die alten Gelenkbusse. Beim Fahren selbst merke man keinen grossen Unterschied, so Santos. Denn der hintere Teil werde elektronisch gelenkt und folge einfach dem vorderen Teil des Busses.

«Manchmal brauche es mehr Platz»

Neu sei aber, sagt Santos, dass er sich zweimal überlege, ob man mit dem längeren Fahrzeug ein Velo überhole oder nicht. Denn durch die zusätzlichen sechs Meter müsse man genau aufpassen, ob ein Überholen drin liege. Bei der Schulung habe man auf diesen Aspekt Wert gelegt. «Beim Wenden war ich anfangs skeptisch, ob der Bus genügend Platz hat», sagt der Bernmobil-Fahrer. Denn manchmal, wie beispielsweise bei der Haltestelle Wankdorf Bahnhof, brauche es tatsächlich etwas mehr Platz als früher. Dies sei aber eher die Ausnahme - am Bahnhof beispielsweise, wenn der Bus in Richtung Lorrainebrücke wendet, gebe es keinen Unterschied zu früher.

Komfortmässig ist Santos begeistert: «Es ist, als ob man in einen Jumbo-Jet einsteigt.» Das Cockpit, so nennt man in der Fachsprache jenen Teil, in dem Santos sitzt, bietet dem Fahrer ein breiteres Blickfeld. Ausserdem verfügen die sieben neuen Modelle über zwei aussen angebrachte Kameras. Das sei vor allem praktisch, weil im Rückspiegel Stellen im Schatten schlechter erkennbar sind, erklärt Santos. Mit Hilfe der Kameras könne er genau sehen, ob jemand beispielsweise eine Einstiegshilfe bräuchte. Fünf statt vier Türen ermöglichen zudem ein schnelleres Ein- und Aussteigen der Fahrgäste.

Viele staunende Gesichter

Nicht allen Fahrgästen fällt die Veränderung gleich auf, doch man sieht viele staunende Gesichter. «Rückmeldungen gab es bis jetzt noch keine.» Da es aber Santos’ erste Fahrt ist, bezweifelt er nicht, dass diese noch kommen werden. Die Entlastung zu Stosszeiten falle nämlich auf: «Früher kam es öfter vor, dass nicht alle Wartenden im Bus Platz hatten», so Santos. Mit fast 100 Plätzen bietet der Doppelgelenkbus über 20 zusätzliche Plätze - und diese machen sich bemerkbar. Die Leute stehen längst nicht so gedrängt wie früher. «Vor den Doppelgelenkbussen wurden die Leute zu den Hauptverkehrszeiten teilweise wie Sardinen in die Busse gestopft», erinnert sich Santos.

Mit den grösseren Fahrzeugen komme aber auch mehr Verantwortung, sagt Santos. Denn nun habe er rund 20 Personen mehr unter seiner Obhut. Trotzdem sieht man ihm seine Freude an: «Ich bin stolz, dass ich dieses Fahrzeug fahren darf.»

Im Moment fahren die Doppelgelenkbusse nur auf der Wankdorf-Linie. Bis Dezember 2019 soll die Linie 20 in Richtung Wankdorf mit dem Länggasse-Bus zusammengelegt werden. Auf der Strecke werden ab diesem Zeitpunkt nur noch Gelenkbusse verkehren. Die 12er-Linie Paul-Klee wird dann neu nach Holligen und zum Inselspital fahren, während der 11-er Bus aus der Richtung Neufeld kommend bereits am Bahnhof wieder kehrt.

Der Bund

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