Einigung im Schienen-Streit am Breitenrainplatz

Mit einem Übereinkommen von Pro Velo und Bernmobil ist die Umgestaltung des Berner Breitenrainplatzes einen Schritt näher gerückt.

Der Breitenrainplatz in seiner aktuellen Erscheinung. (Symbolbild/Archiv)

Der Breitenrainplatz in seiner aktuellen Erscheinung. (Symbolbild/Archiv)

(Bild: Beat Mathys)

Beim Grossprojekt zur Umgestaltung des Berner Breitenrainplatzes haben die Stadt, die Verkehrsbetriebe Bernmobil und die Vereinigung Pro Velo ihre Differenzen ausgeräumt. Es war ein Kampf um jeden Millimeter.

Konkret ging es in der strittigen Frage um den sogenannten Schienenüberstand. Sind die Tramschienen leicht höher als der Strassenbelag, können sie für Radfahrer zur Sturzgefahr werden.

Pro Velo erhielt im Sommer mit einer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht Recht. Der Verein wollte, dass die neuen Tramschienen im Berner Breitenrainquartier auf gleichem Niveau wie der Strassenbelag zu liegen kommen. Bewilligt hatte das Bundesamt für Verkehr aber ein Projekt, das einen sogenannten «Schienenüberstand» von maximal fünf Millimetern zulässt.

Kompromiss erarbeitet

Inzwischen haben die Projektverantwortlichen gemeinsam mit Vertretern von Pro Velo Bern eine Kompromisslösung erarbeitet, wie die am Projekt beteiligten städtischen Direktionen und Betriebe am Donnerstag mitteilten.

Die Lösung trägt nach Angaben der Stadt sowohl dem Sicherheitsbedürfnis der Velofahrenden als auch den baulichen Möglichkeiten und den betrieblichen Vorgaben des Tramverkehrs Rechnung.

Im Sommer soll's losgehen

Nun muss das Bundesamt für Verkehr die Lösung noch absegnen. tut es dies, könnten die Bauarbeiten für den südlichen Teil im Gebiet Kornhausstrasse, Viktoriaplatz, Moserstrasse im Sommer 2020 losgehen.

Wann die Arbeiten am Breitenrainplatz losgehen, ist weiterhin offen. Gegen zwei geplante Verkehrsmassnahmen ist eine Beschwerde am bernischen Verwaltungsgericht hängig. Die Beschwerde richtet sich gegen Tempo 20 auf der Nordseite des Breitenrainplatzes und gegen die Abkopplung der Breitenrainstrasse vom -platz.

Das Bundsgericht anerkannte jüngst die aufschiebende Wirkung der Beschwerde. Will heissen: die Bauarbeiten dürfen erst in Angriff genommen werden, wenn ein rechtsgütliges Urteil der Justiz vorliegt.

Ursprünglich wollte die Stadt das Projekt «Dr nöi Breitsch» am Breitenrainplatz in Angriff nehmen. Dank der Einigung mit Pro Velo soll nun zuerst der südliche Projektteil in Angriff genommen werden.

Die Berner Stimmberechtigten sagten 2015 Ja zur Umgestaltung des Breitenrainplatzes und sprachen einen Kredit von über 56 Millionen Franken. Das Projekt umfasst zwei Bauabschnitte, die je einem eigenen Genehmigungsverfahren unterstehen.

zec/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt