Eine Tankstelle für müde Eltern

Das Parkcafé Orangerie Elfenau könnte sich wohl auch als Kita durchschlagen. Denn Kinder werden hier reichlich umsorgt.

Das Parkcafé Orangerie Elfenau bietet Eltern erholsame Stunden.

Das Parkcafé Orangerie Elfenau bietet Eltern erholsame Stunden.

(Bild: zvg)

Lisa Stalder

Wenn es bei Kartoffelgratin, Birchermüesli, Risotto oder selbst gemachter Lasagne heisst: «nid gään», brauchen die Kindergaumen womöglich eine kleine Abwechslung, ein Essen auswärts also. Doch es ist gar nicht so einfach, das passende Lokal zu finden. Denn die Kinder sollen nicht nur einfach geduldet werden, sondern auch tatsächlich willkommen sein. Zum Glück gibt es das Parkcafé Orangerie in der Berner Elfenau, ein Projekt, das vor sechs Jahren von der IG Elfenau initiiert wurde und das seither in der warmen Jahreszeit Spaziergängerinnen, Quartierbewohner und vor allem Familien erfreut.

Wir haben uns für unseren Besuch nicht den schönsten Tag ausgesucht. So gehören wir denn auch zu den Ersten, die kurz vor Mittag im Parkcafé eintreffen. Dies zur Freude der kleinen Gäste, die sich fast ohne Konkurrenz am Inhalt der grossen Spieltruhe zu schaffen machen können. Im Nu werden die Fisher-Price-Garage, die Lego, die Holzklötzli, die Bücher und die Bobby-Cars in Betrieb genommen. Wir «Grossen» nutzen dieses Zeitfenster, um die Karte zu studieren. Diese ist übersichtlich, die angebotenen Speisen unkompliziert. Neben der Tagespasta (Fr. 16.50) sind vorwiegend grössere Snacks zu haben, beispielsweise Gemüsequiche (Fr. 6.50, mit Salat Fr. 11.–), Tagessuppe (Fr. 6.–), Toma­ten­brus­chette (Fr. 9.–) oder das Elfenauplättli (Fr. 18.50). Wir entscheiden uns für das Panini mit Rohschinken und getrocketen Tomaten und Mozzarella (Fr. 9.–), einen Käsekuchen mit Salatbouquet (Fr. 11.–) und einen Teller Hummus mit Pitabrot (Fr. 9.–). Für die U6-Fraktion bestellen wir Hotdogs (Fr. 6.50), Kinderpasta Bolognese (Fr. 9.–) und ein Stück Käsekuchen (natürlich ohne Salat, weil: «nid gään»). Dazu genehmigen wir uns hausgemachten Minze-Eistee (Fr. 4/3dl), mit dem der sympathische Kellner sogleich angerauscht kommt.

Ja, der Kellner. Er zeigt bei seiner Arbeit derart viel Einsatz, dass ihm hier ein kleiner Abschnitt gewidmet sei. So gelingt es ihm beispielsweise, ein grösseres Drama zu vermeiden, indem er einen ganzen Teller mit jenen Schöggeli bringt, die es eigentlich nur zu einer Tasse Kaffee gibt. Die kleinen Gäste spricht er als «junge Damen und Herren» an, lobt ihre Klötzli-Baukünste («du wirst sicher mal Ingenieur») und feuert sie an, als sie mit den Bobby-Cars jene Rampe hinunterdonnern, die wohl eher für Rollstühle und Kinderwagen vorgesehen ist. Und dabei vergisst er nicht, sich auch um die anderen Gäste zu kümmern, die in der Zwischenzeit eingetrudelt sind.

Das Essen wird serviert, das Bobby-Car-Rennen für eine Weile unterbrochen. Gross und Klein sind mit ihrer Wahl zufrieden, zumindest ist von niemandem ein «nid gään» zu vernehmen. Und alle haben wir danach noch Platz für ein Dessert. Während die Kinder sich für Glace entscheiden, nehmen wir Mütter einen Kaffee (Fr. 4.–) und dazu ein Nussgipfeli (Fr. 2.50) und ein Stück Zitronencake (Fr. 4.–). Satt und zufrieden bleiben wir noch eine Weile sitzen, während die Kinder bereits wieder auf Entdeckungstour sind. Wäre das Wetter besser und riefen nicht andere Verpflichtungen, wir würden wohl den ganzen Nachmittag hier bleiben – und uns früher oder später einen Prosecco Spumante (Fr. 7.–/dl) oder einen Aperol Spritz (Fr. 9.–) genehmigen.

Der Bund

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