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Eine Quittung für jede Kontrolle durch die Polizei

Linke wollen «Racial profiling» bekämpfen – mit zu viel «bürokratischem Aufwand», findet der Polizeidirektor.

Nach dem Gerichtsurteil färbte sich Mohamed Wa Baile das Gesicht weiss.
Nach dem Gerichtsurteil färbte sich Mohamed Wa Baile das Gesicht weiss.
Ennio Leanza, Keystone

Weil er eine Busse über 100 Franken nicht bezahlen wollte, musste sich am Montag ein 42-Jähriger dunkelhäutiger Schweizer vor Gericht verantworten. Es war an einem Februarmorgen 2015, als die Polizei Mohamed Wa Baile am Hauptbahnhof Zürich anwies, sich auszuweisen. Der gebürtige Kenianer, der in Bern wohnt und seit zehn Jahren Schweizer ist, weigerte sich, dieser Forderung nachzukommen, wurde aber nicht handgreiflich. Er war überzeugt, die Polizei habe ihn nur aufgrund seiner Hautfarbe aus dem Pendlerstrom herausgepickt, wie ihm dies schon öfters passiert sei (der «Bund» berichtete). Die Polizisten durchsuchten ihn und fanden einen gültigen Ausweis. Wegen Nichtbefolgens einer polizeilichen Anordnung büssten sie ihn aber mit 100 Franken. Wa Baile bezahlte diese nicht, weil er sonst «die rassistische Kontrolle unterstützt hätte». Gestern wurde sein Fall vom Bezirksgericht Zürich behandelt.

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